Anti_Liegestütz

Direkt beim ersten Zungenkuss — in die Buxe gewichst. Shit. Zwei Tage später. Im Bett:

Braune Make-up-Schlicke in ihren Mundfalten. Abgewürgt. Verreckt. Nichts wie weg — war mein Gedanke. Und WOW! Jetzt halt dich fest. Ich stand ja auch gar nicht auf sie. Nicht so richtig, zumindest. Die Sache mit dem Begreifen — (du erinnerst dich). Woher soll man es auch vorherwissen? Und wie beschissen war´s jetzt, sich hier wieder rauszuwinden. Schicksals-Rodeo. #Selbstbetrug-no1# — den ich aus eigener Tasche zahlen sollte, musste, woher(?) — ich trug nur Boxershorts. Und umso länger ich sie jetzt ansah, desto weniger entsprach sie meinen Vorstellungen; scheinbar — so blieb mir nur noch dieser eine … merkwürdige Einfall. Ich lachte schon. Und sie fragte:

– was is´?

– … wie wär´s, … also, wie wär´s, wenn wir Stripverstecken spielen?

Sie schaute mich groß an. Und so auf die Schnelle fiel mir auf: der Ablauf war vage und zu ungenau — unklar, bis hierhin aber genial. So aber, und so auch weiter, tat ich einfach weiter fasziniert, fixiert auf meinen Einfall.

– pass auf! Du bleibst so wie du bist. Und versteckst dich hier … irgendwo. Im Haus … und ich … ich zieh mich wieder an … (Pause) … damit´s überhaupt losgehen kann. Und ich fang dann an zu zählen. Und für alle zehn Sekunden, die ich dich nicht finden kann, zieh ich ein Teil wieder aus … ?

Völlig unsinnig, klar — aber ich war schon so begeistert und bereits angezogen, dass ihr außer mitzumachen gar nichts übrig blieb. Also, sie zog los und die Tür hinter sich zu, während ich mich, in Sicherheit wähnend davon schlich. Kurz vor der Tür stand plötzlich ihre kleine Schwester vor mir.

– wo willst du hin? fragte sie.

– äh …

– ich weiß, was du vorhast!

– blödsinn! sagte ich.

Und ging — ich rannte. Denn mit der Schwester war auch der Vater unerwartet früh nach Haus gekommen, den ich jetzt, bis auf die Straße, schreien hörte. Meiner saß wie immer, wenn ich Heim kam in seinem Sessel und schaute erpicht Fernsehen …

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Autor: Yves Engelschmidt

Einer, der aus den Bergen fiel und sich im Schreiben verfing. Yves Engelschmidt ist angenehm anti-modern, anti-alles und ein enthemmter Endgegner. Verbal-Karate-Tiger und (Porno-)Belletristiker. Ein vorausdrängelnder Verfasser phantasiespaltender, schön-traurig bis wunderbar bescheuerter, kurz-prosaischer Rhetorik-Kunststücke. Der "endboss Verlag" schiebt ihn jetzt in die weite, weiche Welt hinaus. Wer lesen will, was gut ist — muss wissen, wie man sich durch Glut frisst.

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