Susej

Die Straßen bargen Ruhe in sich. Ausnahmsweise. Verschlossen, hinter erleuchteten Fenstern; das dort — galt nicht für mich, dachte ich. War auch so.

Die zwei Araber hinter der Falaffel-Theke sahen mich verstohlen, beinah schon mit grausamen Mitleid an. Zu unrecht, hoffte ich. Scheiß daruf! — dachte ich. Doch lachte nicht. Kam Heim, aß und hörte Pink Floyd. Irgendwann war es soweit. Bar.

Veto, hinterm Tresen, hob die Hand und grüßte. Ich setzte mich. Und staunte. Der Raum bewegte sich. Ich lächelte vorsichtig. Nur für mich. Ein Freund kam. Ein weiterer hinzu. Wir freuten uns. Tranken und sprachen. Lachten. Es war alles so einfach. Heilig. Ein Ort der Gelassenheit und Gnade. Jeder durfte her-kommen. Jesus käme auch. Warum auch nicht. Man weiß ja nie.

Pinke Weihnacht.

Youth Acid.

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Autor: Yves Engelschmidt

Einer, der aus den Bergen fiel und sich im Schreiben verfing. Yves Engelschmidt ist angenehm anti-modern, anti-alles und ein enthemmter Endgegner. Verbal-Karate-Tiger und (Porno-)Belletristiker. Ein vorausdrängelnder Verfasser phantasiespaltender, schön-traurig bis wunderbar bescheuerter, kurz-prosaischer Rhetorik-Kunststücke. Der "endboss Verlag" schiebt ihn jetzt in die weite, weiche Welt hinaus. Wer lesen will, was gut ist — muss wissen, wie man sich durch Glut frisst.

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