Ataraxie

Sie blies mich! — und auch nicht, um. Eh, ich hatte Kopfweh.

Wo kam all die Hellnis her?! Da Draußen war es nass und kahl — und morgens — leider saß ich noch immer deprimiert, aber wenigstens drin, während der Rest, der Reste-Leute Ohren kaute. Zum Glück nicht meine. Doch die meisten starrten eh biergetröstet, schnapsgeröstet und ethanolblind  vor sich hin. Und sie? Sie ging. Und kam wieder. Nach 10 min.

Weiterhin Schnaps zuhauf. Ich rückte auf. Und küsste sie. Beide END-high und besoffen. Endlich. Aber es war der lange, lang, am längsten lange Heimweg, je.

Scheiß drauf. Scheiß auf alles, eh. Ich dachte — weich wie Scheide.

Sich gegenseitig nicht verstehen — und trotzdem gut auskommen, miteinander. Wie E. und Je. Ich und sie. Nah und Fremd. Bald ohne Hemd. Beide —

Fühlten sich wieder kurz besser danach.

Meine Ex-Freundin, die auch im Zimmer, auf dem Sofa lag, störte sie nicht. Nicht sehr. Sie war ungehemmt und nett-unkompliziert. (Ich meine damit nicht die X-Frustrine).

Nur war bei dieser hier, der Nackten neben mir, leider ihr Freund — ein Freund von mir.

Katerficken nach dem Aufstehen ging trotzdem. Ab und zu. Rein-raus. Irgendwann muss man sich ja wieder was anziehen; leider! — kam ich in ihr. Unabsichtlich. Dennoch präzise — versehent-, tief, und reichlich. Mit meinem Spreizreiter-Spritzgesicht sicherlich, schätz´ ich.

 — sag nichts!

sagte ich. Sie ging und kam nicht mehr. Dieses Mal. Und auch nicht später wieder. Sie drehte ihre Falle einem anderen — anderer Orts an, jetzt.

Aber immer wenn ich die Musik ausschalte, ist das der Moment, an dem ich mich an sie erinnere. Und den Song laut mitsinge, obwohl ich ihn nicht kenn.

Advertisements

Autor: Yves Engelschmidt

Einer, der aus den Bergen fiel und sich im Schreiben verfing. Yves Engelschmidt ist angenehm anti-modern, anti-alles und ein enthemmter Endgegner. Verbal-Karate-Tiger und (Porno-)Belletristiker. Ein vorausdrängelnder Verfasser phantasiespaltender, schön-traurig bis wunderbar bescheuerter, kurz-prosaischer Rhetorik-Kunststücke. Der "endboss Verlag" schiebt ihn jetzt in die weite, weiche Welt hinaus. Wer lesen will, was gut ist — muss wissen, wie man sich durch Glut frisst.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s