[#2-Teil] — ich und sie dann doch

Irgendwann auf einer Party. Ne Menge Schnaps am Start und ich gut drauf. Schon vom Weiten sah ich sie — lichterloh am glühen. Niemals zuvor gab sie mir diesen Blick. Sie näherte sich mir, als wenn sie einen Tanz vollführe. Ersehnt hatte ich mir diesen Rausch. Nur wollte ich sie gar nicht ma ́so sehr mehr, wie sie jetzt mich. Erst ein kurzes Zögern. Doch was brennt, das brennt. Fest presste sie sich in mich hinein. Und fast schon löste sie sich dabei auf. Nur ein Kuss bis jetzt. Wie gut er war.

Wir beide später dann auf dem Balkon. Ich rauchte Zigarre und trank etwas Gutes, sogar mit Eis. Sie wieder ganz nah an mir. So nah, das ich durch ihre Brüste sogar noch ihren Herzschlag spürte. Sie war so weich — und auch geladen, dass sie zitterte unter der Berührung meiner Fingerspitzen, die gerade einmal über ihren Rücken geglitten waren. Ganz langsam meine Hand dann unter ihren Rock. Zart, glatt und heiß waren ihre Schenkel. Weiter hinauf. Den Slip beiseite mit den Fingern fummeln. Ihr heißer Atem an meinem Hals. Der Versuch ihr Stöhnen zu verbergen, weil andere auch anwesend waren. Ich derweil hielt weiter fröhlich Plausch mit ihnen. Sie am abgehen. Meine Finger schon ganz nass und voller Saft. Selbst hier draußen konnte ich es riechen. Ihre Hand an meinem Schritt. Harter Pulsschlag gegen Reißverschluss. Ein versteckter Aufschrei. Sie rieb sich schon an mir. Die Hitze in ihrem Schoß. Der klare, kalte Sternenhimmel über uns. Wir beide bereits so geil, das es nahezu schon unerträglich war.

Drinnen wieder. Vor der Küche sagt sie: „Komm in fünf Minuten hoch ins Schlafzimmer!“
„Okay“.

Sie die Treppe rauf. Dabei lächelte sie mir ein Versprechen zu, dass alles hieß — und heißen sollte, was immer ich wollte. Und ich nun völlig high. Von der Natur. Den Trieben und der Blutarmut im Kopf. Nur noch schnell was trinken. Dann geht’s ab. Und los!

„Hey, Yves. Komm her, Tequila!“

Damit war ́s das auch. Blackout. Am nächsten Morgen wachte ich auf, mit (fast) Null Erinnerung. Eine Omnipräsentes, an innerem Nichts in mir; denn auch (so) gänzlich allein, war, was ich auf jeden Fall nicht getan und nicht vollbracht hatte — mir sofort klar geworden.

Manchmal gibt es halt einfach kein: ABER. Und auch sehr lange danach  durchaus keine zweite Chance mehr. Auf ein Erstes-Mal. Vor allem, wenn man so überaus und einzig talentiert, wie ich es bin, dazu ist: immer das Richtige (zu tun) — nur (es) stets zum aller ungünstigsten Zeitpunkt zu erledigen (laut Vatern).

#so barbara


Bild by: Christopher Balassa

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Autor: Yves Engelschmidt

Einer, der aus den Bergen fiel und sich im Schreiben verfing. Yves Engelschmidt ist angenehm anti-modern, anti-alles und ein enthemmter Endgegner. Verbal-Karate-Tiger und (Porno-)Belletristiker. Ein vorausdrängelnder Verfasser phantasiespaltender, schön-traurig bis wunderbar bescheuerter, kurz-prosaischer Rhetorik-Kunststücke. Der "endboss Verlag" schiebt ihn jetzt in die weite, weiche Welt hinaus. Wer lesen will, was gut ist — muss wissen, wie man sich durch Glut frisst.

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