TOD DURCH TECHNO

Selbst aus der Toilette trinken hat Niveau —
im Gegensatz zu
Techno,

geht so:
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Hätte Techno einen Anspruch, wäre es der: anspruchslos zu sein.
Ein Ausdruck wie: Techno ist toll — entspricht dem Schriftzug “super-lecker” auf beschissenem Tiefkühlessen.
Durch Reduktion, immanent der Essenz beraubt. Monotonie, die die Crowd umhaut, im Club, dunkel und BUM-BUM, zu laut — und alle drauf. Keiner der auf Qualität baut. Wenn bereits ein leerer Rahmen an der Wand Kunst ist, kann wohl auch der Bass alleine stehen und als vollwertige(s) Musik(-instrument) durchgehen. Debilitantisch steril runterminimalisiert — degeneriert, eine Musikform ohne Überbau und Inhalt. Die Avantgarde-Spitze der Nichtigkeit wird zur Kultur erklärt.

Doch meine Aversion steht stellvertretend für die Überzeugung — dass, wäre Techno als Mensch zur Welt gekommen, hätte er ganz sicher sofort einen 100%-Schwerbehindertenausweis bekommen. Ähnelt er der Musik nur, im Verhältnis, wie eine Schaufensterpuppe einem Menschen gleicht.
Strebt plötzlich die Spitzenspezies nach Plastik-Sein? Wie kann das sein?
Vielleicht ist es der Schein-Anschein, ebenso wie eine Einkaufstüte, ohne den Kompostumweg der Ewigkeit zu frönen. Oder vielleicht ist der Beat, egal wie stumpf und debil er auch erscheint, nicht nur die Herzfrequenz unserer embryonischen Vor-Kindzeit — sondern der Pulsschlag der Maschine — zu der wir werden. Ein bereits eingeschlagener Weg, der vorhergezeichnet scheint.
Wenn ein Buch nur voller Punkte wäre, wäre das wie Techno. Oder Electro. Der Unterschied ist bedeutungslos. Denn Techno ist der Soundtrack, die Hymne — der De-Evolution. Die Deformation reicht bereits bis weit über eine Generation hinaus und dauert schon zu lange an.
Ich bin radikalisiert. Es ist genug. Techno untergräbt die Sozialkompetenz ganzer Völker mittlerweile. Denn schon immer erkennt man Marginalität, wie auch Minderwertigkeit an der enormen Popularität. Was bei vielen ankommt ist flach, angepasst und dadurch schlecht — entlarvt durch die offensichtliche Bereitschaft zur Gefälligkeit.
Die Meinungen sind nicht geteilt, sondern einseitig — wie Faschismus. Man darf sich gar nicht wundern. Techno bietet eine Scheinidentität, ohne eine einzige Aussage zu treffen. Für nichts und gegen gar nichts.
Alles supi!
Dancen!
Lass shoppen gehen!
Hauptsache bequem.
UNITY
RAVE NATION
RAVING SOCIETY
ELECTRIC-PARTY-TIME
BASE MILLENNIUM
tumblr_inline_nm1224zLcJ1tr4o9b_500Die Zeit ist um. Zu lange bereits stumm geblieben, werde ich derart daran biegen, bis einer von uns bricht. Entweder schreibt Techno die Geschichte … oder ICH.

Techno ist der Beweis unserer verwahrlosten Intelligenz, unserer Charakterblässe.
Ich meine, dass ich weiß wovon ich rede.
Ich war auf hunderten derartig Potenz vernichtenden, Niveau verleumdenden Versammlungen. Euphorie empfand ich nie, auch wenn ich bis zum Morgengrauen blieb. Alternativen gibt es kaum. Die Technotyrannei. Ich warte nur noch auf die Techno-Partei. Wenn die echten Instrumente auf dem Scheiterhaufen landen, wissen wir: es ist vorbei.
Dabei — kurz bevor das, was Musik ist endet: das ist Techno. Früher hieß es Metronom. “Electro-Dj” bedeutet daher nicht mehr, als der Typ zu sein, der das Ding an die Anlage anschließt.
Es ist so lächerlich. Und vielleicht verdienen wir es doch.
Das Kredo lautet:
Bass gab es schon immer.
Bass ist alles.
Und was wie Bass klingt — das ist Bass.
Bass ist Boss. Und Boss ist, wer Bass hat.
Die Erde — sie ist Bass.
Gott spricht zu uns — durch Bass.
Alles, was du spürst — Bass.
Alles, was du bist — Bass.
Noch halte ich die Stellung.
Schickt mir Geld für den Guerilla-Kampf.

In Bon Scott´s Sinne:
Wenn du nicht weißt, was zu tun bleibt …
ROCK ON

Techno-Résistance.

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Autor: Yves Engelschmidt

Einer, der aus den Bergen fiel und sich im Schreiben verfing. Yves Engelschmidt ist angenehm anti-modern, anti-alles und ein enthemmter Endgegner. Verbal-Karate-Tiger und (Porno-)Belletristiker. Ein vorausdrängelnder Verfasser phantasiespaltender, schön-traurig bis wunderbar bescheuerter, kurz-prosaischer Rhetorik-Kunststücke. Der "endboss Verlag" schiebt ihn jetzt in die weite, weiche Welt hinaus. Wer lesen will, was gut ist — muss wissen, wie man sich durch Glut frisst.

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