Wenn wir die Beatles wär ́n, wär ́st du Ringo

BINGO! Nur ein kurzer Barbara-Barabstecher.
Und schon bläst sie mich, im Klo. Woher ihre wunderbaren Triebe kommen — kann man nur ahnen. Den nahen Ahnen und deren selbst ungeahnter Anteil am Schlampenentwicklungsstadium ihrer Prinzessin, sei Dank. Dann: Ich komme jovial in ihrem Favela-Mund. Und will nichts mehr von ihr wissen —
danach
— bei meinem eigentlichen Vorhaben besoffen zu werden, sterben einige Kippen im offenen Glassarg vor mir. Bier um Bier sauge ich etwas in mich hinein, das eigentlich raus müsste. Nur wüsste ich nicht: wo anfangen? Doch allmählich werden die Gedanken benommen. Durchaus willkommen, sagt der Alkohol der Nervenüberreizung: “Good-bye”. Schon bin ich dabei, mich mit denen rechts zu unterhalten. Ich bestreite, dass die “Fashion-Week” uns alle etwas angeht. Konkret zeigt sich das frisch verliebte schwule Designer- Paar jetzt distanziert, nachdem ich mich ausgelassen über die mental verhinderte Affen-Illusion und Egoparanoia von Modeinteressierten ausgelassen habe. Ich schlage ihnen vor, nicht immer so bewertend zu sein — vor allem im Bezug auf die Meinung anderer. Vorerst aber kann ich vergessen, von ihnen noch einen Schnaps ausgegeben zu bekommen.
Um nun nicht allzu versucht besonnen zu erscheinen, unterlasse ich es, die eh stummeligen Konversationsansätze voranzutreiben. Und denke — Tunten können ja nur Totgeburten gebären, anscheinend auch verbal. Das ist ganz natürlich.

Lieber unterwerfe ich mich jetzt dem “Einfluss” diverser Alkoholika. Bis der penetrante rechte Flügel zunehmend in meine verkrisselt und verkieselte Wahrnehmung eindringt. Ein Typ, der ziemlich schmierig scheint, ist mit zwei Uschis vom Escort am Start. Eine weint. Die andere will trösten. Ihm ist ́s völlig egal. Offenbar hält er sich für Charlie Sheen. Er probiert so sehr an seiner Ego-Pose rum, dass ihm dabei ganz entgeht, wie seine Selbstachtung versickert und verreckt. Derweil: In mir versickert noch mehr Bier. Bis mir auffällt, dass ich die heulende Frau von früher kenne. Sie war auf meiner Schule. Eine durchaus imposante Gestalt und immer die Schönste in der Raucherecke. Bei einem, ihr zu kümmerlich erscheinendem Nicht-mal-Date mit mir, sagte sie: Wenn wir die Beatles wär ́n, wär ́st du Ringo. Zwar da, aber egal.

Ich bin froh, dass sie mich nicht erkennt. Sie sieht verändert und verbraucht aus, aber immer noch irgendwie schön. Nur schön blöd, wenn man schön ist und die Oberfläche für die Wahrheit hält. Doch das tröstet weder mich, noch sie, noch irgendwen — am Ende … geh ich, ohne sie noch einmal anzusehen. Denn Trost im Stumpfsinn zu finden, ist weder besonders befriedigend, noch vom Karma-Standpunkt aus zufriedenstellend.

Was soll ich machen —
Ich bin ein Köter. Und Köter bellen, beißen aber nie zu, wenn sie sollen.

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Autor: Yves Engelschmidt

Einer, der aus den Bergen fiel und sich im Schreiben verfing. Yves Engelschmidt ist angenehm anti-modern, anti-alles und ein enthemmter Endgegner. Verbal-Karate-Tiger und (Porno-)Belletristiker. Ein vorausdrängelnder Verfasser phantasiespaltender, schön-traurig bis wunderbar bescheuerter, kurz-prosaischer Rhetorik-Kunststücke. Der "endboss Verlag" schiebt ihn jetzt in die weite, weiche Welt hinaus. Wer lesen will, was gut ist — muss wissen, wie man sich durch Glut frisst.

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