Euphoria

Als rinnen meine Tränen hinter ihr am Fenster nieder. Wie Regen. So sah ich zu [ihr]. Sie sagte nur: du bist der perfekte Mann für mich. Und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als dass sie das nicht gesagt hätte. Ohne aufzusehen entgegnete ich deshalb: irgendwas zerstört mich. Was denn? Das hier. Ich liebe dich, sagte sie. Ein Riss. Jeder sah zum anderen. Doch auf einmal so viel Licht. Sie meinte mich. Aber nicht ganz. Nur das, was unlängst Abschied nahm. Komm her und küss mich, sagte sie. Ich wollte nicht. Doch setzte ich mich neben sie. Wie wahr alles war — war.
Ein Kuss legte sich mir auf die Stirn. Ganz leise reichte meine Trauer ihr die Hand. Im Grunde konnten wir uns diesen Moment der Ruhe gar nicht leisten. Doch ich badete bereits in einer Wanne voller Kerosin. Ihre Lippen, die mich suchten, schienen feuerrote Flammen.
Wir werden es niemals schaffen, oder? — fragte ich, schon vollends entflammt. Ausgebrannt.
Ich denke … nicht.
Bald saßen wir beide wieder gemeinsam — allein da.

s.b.

Advertisements

Autor: Yves Engelschmidt

Einer, der aus den Bergen fiel und sich im Schreiben verfing. Yves Engelschmidt ist angenehm anti-modern, anti-alles und ein enthemmter Endgegner. Verbal-Karate-Tiger und (Porno-)Belletristiker. Ein vorausdrängelnder Verfasser phantasiespaltender, schön-traurig bis wunderbar bescheuerter, kurz-prosaischer Rhetorik-Kunststücke. Der "endboss Verlag" schiebt ihn jetzt in die weite, weiche Welt hinaus. Wer lesen will, was gut ist — muss wissen, wie man sich durch Glut frisst.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s