Romance Performance


Marius-Anton Marushke hatte keine Freunde, aber das war ihm egal. Sein geistiges Tätigkeitsfeld war streng fokussiert und einer einzigen Leidenschaft zugewandt. Er war nicht mehr als Zugführer, das aber mit ganzer Seele und vor allem Leib.

In immer gleichem Schritt, steif und erregt, wanderte er jeden Morgen die Wagons seines Tageszuges ab. Bereits hier schon ließen ihn all die Hebel, Öffnungen und Knöpfchen beinahe vor verzehrender Geilheit kollabieren. Der Eintritt in die Führerkabine war jedes Mal, auf die berauschend gleiche Art, wie der Gang zum Jungfernhäutchenschlachtfest. Gerade deshalb liebte er die Frühschicht. Niemand außer ihm war vorher drin. Um der Routine eine zusätzliche Stimulation beizufügen, schaute er hin und wieder heimlich auf die Nahaufnahme seiner Lieblingslokomotive, die er immer bei sich trug. Der vorspielhafte Ritus des Kontrolldurchgangs brachte, wenn nicht den Zug, so doch ihn in Fahrt. Zärtlich umkreiste er jeden einzelnen Knopf mit seinem Daumen und Zeigefinger. Diesen Vorgang verstärkte er, bis er nur noch mit dem Zeigefinger Kreise malte und sanft Druck ausübte. An manchen Knöpfen war es durchaus angebracht, ein wenig zuzukneifen. Alles ward zur beiderseitigen Befriedigung korrekt ausgeführt, wenn das Lämpchen leuchtete.

Das spritzekstatische Kribbeln zwischen seinen Beinen erreichte einen glühenden, kaum noch zu ertragenden Grad, sobald die Ampeln auf „Warten“ standen. Seine Hand zitterte, wenn er den zur Beschleunigung vorgesehenen Hebel mit festem, feuchtem Griff umschloss. Im Zuge der ihn sanft in den Sessel drückenden Anfahrt erigierte sein Glied zunehmend bei steigender Geschwindigkeit. Seine Nudel war knüppelhart, wie ein Schlagstock, sobald die Maximalgeschwindigkeit erreicht war. Seine gegen die Hose pochende Eichel schlug pulsierend im Takte der Schienen. Am besten war das Hineinpreschen in Tunnel, wenn das lange, schnelle Ding ohne Vorankündigung in dem schwarzen Loch verschwand, erbarmungslos und ohne Rücksicht, rein und wieder raus. Manche Tunnel waren so eng, dass Marius-Anton Angst hatte, darin stecken zu bleiben.

Der Akt war schon so sehr im Gange, dass er zu schwitzen begann und die Vorstellung, halten zu müssen, ließ ihn beinahe wütend werden. Jeder Moment war gekennzeichnet von der unendlichen Lustauswölbung seiner Hose. Erection Perfection. Jetzt gab er es der Lok noch einmal richtig. Volle Geschwindigkeit – volle Beschmutzung der Unterhose. Wenn er kam, dann kam er laut. Manchmal stellte er dabei das Mikrofon an. Es gab sogar Frauen im Zug, denen dabei die Schlüppies nass wurden. Schon kurz vor Ende der Frühschicht war er bereits drei Mal gekommen. Befriedigt lehnte er sich zurück in seinen Stuhl. Dies war ein gelungener Start in den Tag.


Ein Auszug aus: ERECTION PERFECTION

Mehr unter: http://www.erectionperfection.de

 

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Autor: Yves Engelschmidt

Einer, der aus den Bergen fiel und sich im Schreiben verfing. Yves Engelschmidt ist angenehm anti-modern, anti-alles und ein enthemmter Endgegner. Verbal-Karate-Tiger und (Porno-)Belletristiker. Ein vorausdrängelnder Verfasser phantasiespaltender, schön-traurig bis wunderbar bescheuerter, kurz-prosaischer Rhetorik-Kunststücke. Der "endboss Verlag" schiebt ihn jetzt in die weite, weiche Welt hinaus. Wer lesen will, was gut ist — muss wissen, wie man sich durch Glut frisst.

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