Rot-braune-Rotem


Immer wieder bekomme ich einen Ständer, wenn ich an sie denke. Schon als sie mich vom Rastplatz abholte, küsste sie mich sogleich und griff mir in den Schritt. Immerzu nannte sie mich ihren „schönen Fremden“. Nicht nur, dass sie hieß wie eine Wüstenblume, sie roch auch wie eine solche. Allein die Stelle hinter ihrem Ohr faszinierte mich so sehr, dass mir beinahe weißer Fortpflanzungssirup in den Schlüppi tropfte.

Ich saß noch immer auf dem Sofa und trank Milch, als sie sich direkt vor mir aufbaute und begann, sich langsam auszuziehen. Jede ihrer Bewegungen war wie ein Tanz. Da stand sie – nackt und wunderbar. Sie war meine Exodus-Anführerin aus geillosen Gefilden. Ihr Anblick verhieß mir ewiglich exotische Ekstase. Gemäß meiner Exzessbegabung waren alle meine Einwände haltlos und auch ich entledigte mich alsbald aller unserer gemischtrassigen, vereinigungsdurstentgegenstehenden, Sexualtransaktion behindernden Kleidungsstücke. Bereits jetzt schien es mir, als trage sie rings um sich unsichtbare, explosionsgenoppte Brustnippeltentakelarme, die jeder einzelnen Zelle meines Körpers einen elektrischen Schlag versetzten. Ihres Musenlappens andächtig geworden, überkam mich ein schier maßloser Wille zur Verausgabung. Denn zwischen ihren Beinen, da trug sie die fulminant-fluoreszierend-lusttriefendste Oase dieses Wirklichkeitsgrades. Ich spürte eine Begabung an mir wachsen, die ich direkt in ihr verpflanzte. Bei jedem erneuten Eindrangvergnügen, feucht und nass-heiß, wie das Fruchtfleisch einer mikrowellenerwärmten Melone, nickten mir ihre (mir meine) Milchfreunde zustimmend zu. Mein Glied war schiebsam(en) und ihre Inbrunst nicht liegezahm.

Ich wurde der Wahrhaftigkeit ihres Körpers aus allen Perspektiven — selbst kopfüber, wenn ich mich so recht entsinne — ansichtig. Das Koitusereignis vollzog sich im Nahbereich des Paradiesischen. Egal wie oder was, alles an ihr war mir nur der Beweis ihrer sexuellen Übermenschlichkeit. Meine feierliche, ritualbedingte Überreichung von Erbmaterial war nicht weniger als eine Reise in den Ur-Uterus.

Ein existenzvollendeter XXXL-Supergausamenerguss, ein rückwärtsgewandter, transzendentaler Orgasmus – zurück zu den Nerven, den Trieben, zu Gott und dem, was nach seinem Liebestropfen kommt. Der allmächtige Vater selbst gab mir einen Cumshot. Ich hatte Angst, dass das, was ich in sie reinschoss, vielleicht eine Gebärmutterprellung verursachen könnte. Bereitwillig nahm sie es in sich auf. Es machte ihre Augen glitzernd. Leider, wie sich herausstellte, war sie 2000 Jahre alt und ein Dämon. Ein zweites Zusammentreffen schien daher ausgeschlossen.

Ob sie wohl auch manchmal an mich denkt?


Ein Auszug aus: ERECTION PERFECTION

Mehr unter: http://erectionperfection.de/

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Dickradation

Ich erinnere mich daran, dass ihre Muschi ein wenig wie feuchte Nüsschen roch.
Meine Nase steckte in der nasstriefenden Falte zwischen ihren Beinen und meine Zunge bearbeitete das Modrige. Sie behauptete, dies sei die einzig sinnvolle Methode, mich zum Schweigen zu bringen. Da hatte sie vielleicht Recht, auch wenn ich ihr ein paar Dinge hätte erklären sollen. Die Frequenz und die Lautstärke ihres Stöhnens wurde immer heftiger. Ihren Arsch mir ins Gesicht gestreckt, dockte ich wieder aus. Die pralle Ansicht ihres weißen Hinterteils, sah genauso aus wie der hell leuchtende Vollmond, der durch das Dachschrägenfenster auf uns nieder schien. Direkt schlüpfte ich in sie hinein. Ihr warmer Votzentempel empfing mich königlich. Sie machte die Bewegungen und ich hielt still. Ich kam nicht drum herum, mir vorzustellen, dass es der Mond war, der mir da gerade einen blies. Immer wieder saugte er an, bis zum Schaft, ohne Würgen und ließ lediglich ein schmatzendes Geräusch verlauten. Ich holte den alten Feuchtschlitzsoldaten aus seinem Unterschlupf. Ihre Mösenbrühe ließ meinen Schwanz glitzern. Noch immer funkelte er, wie ein Wienerwürstchen in Aspik.Augenblicklich fühlte ich mich zurückversetzt in den Moment, als ich ihr knackiges Jungfernhäutchen zerfetzte (Kirschentkernung). Aus pädagogischen Gründen ließ ich mir hinterher alles feinsäuberlich wegschlabbern. Ihr Anblick danach hatte etwas von einem Clown.

Jetzt aber zögerte ich etwas zu lange. Sie lag bereits wieder auf dem Bauch. „Leg dich auf mich“, sagte sie. Dies war zwar nicht meine bevorzugte Variante der Rückseitenbespachtelung, dennoch zeigte sie sich hinterher immer durchaus erkenntlich.

Als ich auf dem Rücken lag und sie auf mir, ging sie sofort in die Hocke.

Ich liebte den Anblick des nassen Brötchens, dass sich immer wieder über meine Fleischbewaffnung stülpte. Doch bevor sie sich hatte umwenden können, war ich bereits in ihr gekommen.
Unserem Ritual getreu, stellte sie sich auf, direkt über meinem Gesicht, und presste die Ejaksuppe heraus. Heiße Tropfen der Liebe besprenkelten mich.Ich wusch mir das Gesicht und ging runter in die Küche.
„Und hast du deine Schwester ins Bett gebracht?“ fragte meine Mutter.


BILD BY: Cora Sprengel

Euphoria

Als rinnen meine Tränen hinter ihr am Fenster nieder. Wie Regen. So sah ich zu [ihr]. Sie sagte nur: du bist der perfekte Mann für mich. Und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als dass sie das nicht gesagt hätte. Ohne aufzusehen entgegnete ich deshalb: irgendwas zerstört mich. Was denn? Das hier. Ich liebe dich, sagte sie. Ein Riss. Jeder sah zum anderen. Doch auf einmal so viel Licht. Sie meinte mich. Aber nicht ganz. Nur das, was unlängst Abschied nahm. Komm her und küss mich, sagte sie. Ich wollte nicht. Doch setzte ich mich neben sie. Wie wahr alles war — war.
Ein Kuss legte sich mir auf die Stirn. Ganz leise reichte meine Trauer ihr die Hand. Im Grunde konnten wir uns diesen Moment der Ruhe gar nicht leisten. Doch ich badete bereits in einer Wanne voller Kerosin. Ihre Lippen, die mich suchten, schienen feuerrote Flammen.
Wir werden es niemals schaffen, oder? — fragte ich, schon vollends entflammt. Ausgebrannt.
Ich denke … nicht.
Bald saßen wir beide wieder gemeinsam — allein da.

s.b.

Phall-um

Kaum wohl hätte der Tag schöner sein können. Allem verlieh die Sonne einen goldenen Teint.
Und wie ein sterbender Stern, in seiner aller-[aller]-letzten Blüte, leuchtete auch Herr Sarakusch; von sich aus. Dieser machte einen kurzen Abstecher beim Juwelier und kaufte dort einen Ring — einen ganz besonderen [Ring] sogar.
Mit euphorischem Schritt und jubilierenden Gebärden bog er lustwandelnd in die Wohnungssiedlung ein, die, gepflegt, akkurat und so ordentlich, in ihrer Gesamtheit, nur der Glanztat eines über jahrzehntelang-, überambitioniert-, gepflegten Spießertums zu verdanken sein konnte. Zur Mitte jener Straße gelegen, betrat Herr Sarakusch dort nun das Haus seines alten Freundes — Werner Lang. Dieser schien offenbar, nicht ganz grundlos, argwöhnisch zu werden. Schon allein die Begrüßung, von Herrn Sarakuschs Seite her, war beinahe feierlich und auffallend ausgefallen [aus gefallen].
Außer den zusammengewachsenen Augenbrauen und der dunklen, behaarten Warze, direkt rechts neben der Nase, erinnerte sonst weiter nichts mehr an den alten Kumpanen, dachte Herr Lang. Doch gemäß des etablierten Ritus, setzten sie sich, wie immer, und schwiegen sich, bei einem Tässchen Kaffee, in der Küche an. Das nur sehr schwer an Fahrt gewinnende Gespräch kreiste unablässig um überaus Banalitäres. Ein im Subtext (mit-)schwingender Unterton der Ungeduld, brach immer mal wieder, schubweise, durch die Gebissoktaven-Arie der Altherren-Konversation hindurch.
So hatte Herr Sarakusch ja bisher absichtlich auch jeden Bezug auf Jessie zu vermeiden gesucht. Er wusste ganz genau, dass sie irgendwo, hier im Hause war. Allein schon der Gedanke daran, an sie — ließ sein Gesicht jetzt erneut auf funkeln. Seinem Freund, dem Herrn Lang jedoch, wurde die ganze Situation nun allmählich allzu bunt, und unangenehm ebenso. Eine Vermutung bemächtigte sich seiner, die, wenn auch sie lächerlich erschien, in einem unweigerlichen Gefühl der Eifersucht mündete.
„Und was hast du heute noch vor?“, fragte er, so wie ganz nebenbei und nebensächlich.
So früh jedoch, hatte selbst Herr Sarakusch die Zäsur nicht zu erwarten gewagt (wenn auch der Gleichen zu erwarten war…). Doch war es ihm nur recht, entschied er jetzt.
„Ich möchte Jessie fragen … also, sie bitten, meine Frau zu werden — wenn es ihr recht ist“, erwiderte Sarakusch darauf.
Lang nun, schien einem durchaus cholerischen Anfall nah zu sein. Hass sickerte aus seinem Augental [hervor], während seine Falten sich zu einem tosenden Meer der Wut aufwühlten. Alles, was er sagte, war jetzt plötzlich wie heiser, undeutlich und ohne Klang. Lange daraufhin, hatte Herr Lang seiner Hasstirade nicht mehr Einhalt zu gebieten vermocht. Dennoch, Herr Sarakusch hingegen, blieb weiterhin völlig stumm.
Die Anstrengung und offensichtliche Wirkungslosigkeit seines Gebarens jedoch, zwangen Lang bald zu einer abrupten Räson. Ihm war, als wenn er in einem ominösen, inneren Sumpf einsinke. Absolute Resignation zeichnete sich auf seinem Dackelgesicht ab, während Herr Sarakusch, mit seinem breiten Mund, fast einer Kröte gleich, ein stoisches Lächeln irgendwie beibehielt. Doch auch er fühlte sich zunehmend erschöpft, bemerkte er seit längerem bereits. Etwas, irgendetwas — musste geschehen.
Die beiden saßen sich jetzt, fast aufrecht und manierlich, wieder gegenüber.
„Das müssen wir doch wie Männer klären können“, warf Herr Sarakusch ein. Mit haltlosem Gesichtsausdruck sammelte Lang noch immer die Luft um sich herum ein.
„OK, Götz , ich sag dir jetzt mal was, was früher schon mein Bruder zu mir gesagt hat — geh dir einfach ma´ ein wichsen, wenn du es nicht mehr zurückhalten kannst!“, sagte Lang.
„Mach dich nicht lächerlich, Werner!“, entgegnete ihm Sarakusch, mit einem nahezu verachtungsvollen Blick.
„Was will denn ein Mann in deinem Alter mit einer solch …?“, doch Lang stockte, und spürte, wie dieser Satz sich jetzt schon in seinem Hals, wie von selbst verschlang. Auch er war doch bereits 73, Jessie nun gerade einmal 26. Ohne aber, dass er es sich selber einzugestehen wagte, erschien ihm die Vorstellung, den nur zwei Jahre älteren Sarakusch zusammen mit einer so jungen und wahrhaft, wirklich bildhübschen Frau, wie Jessie, zu sehen oder sich bloß die beiden zusammen vorzustellen etwa, geradewegs lächerlich — absurd beinah. „Wie kommst du überhaupt … ich meine … dass sie …?“, warf er seinem vermeintlichen Freund (dem Sarakusch), daher nun vor.
„Ich weiß es einfach“, entgegnete dieser, offenbar etwas selbstsicherer sogar noch, als zuvor.
Tatsächlich hatte Jessie ihm gegenüber immer wieder gewisse Andeutungen gemacht. So zumindest — nach seiner Interpretation. Regelmäßig war ihm das junge Ding auf den Schoß gehüpft, sobald sein „Freund“ den Raum verlassen hatte. Dann streichelte Sarakusch ihr über die Wangen und tätschelte ihr Knie. Schüchtern und ein wenig pikiert, lachte Jessie dann verstohlen und unter vorgehaltener Hand auf, wie eine kleine Maus, der man die Luft abzwang. Was Jessie jedoch da mit ihm veranstaltete, war im Wesentlichen doch nur ein Spiel gewesen. Denn, die Geil- und Lüsternheit alter, potenzversiegter Männer zu beschwören, war ihr schon seit frühster Jugend her ein vertrautes Meisterstück der Koketterie — und durchaus auch lukrativ, wie sich zeigte.
Werner Lang zum Beispiel war, trotz seines hitzigen Gemüts, ein fürsorglicher Partner und nahezu unbewaffneter Liebhaber. Auch an Geld mangelte es ihm nicht, nur wurde er zunehmend zuletzt geiziger. Daher auch die, wie zufällig lippennahen, Küsschen auf Götz Sarakuschs Wangen, ab und an, die dazu geführt hatten, dass dieser jetzt glaubte, die dunklen Stunden seiner Einsamkeit seien endlich gezählt.

Werner ging zum Waschbecken um ein Glas Wasser zu trinken. Doch das stille Glimmen der Raserei bemächtigte sich seiner erneut. Ohne weiter darüber nachzudenken, griff er nach einem großen Messer aus der Besteckschublade. Sein Herz schlug jetzt in einer Frequenz, die einem Maschinengewehr gleichkam. Götz Sarakusch blickte ungläubig und etwas entgeistert seinem Freund mitten ins Gesicht — dann zum Messer, wieder ins Gesicht, dann wieder zum Messer hin. Eine eisige und steinharte Maske hatte sich über Werner Langs verkümmerten Stolz gelegt, wie nun seine Augen zu lodern begonnen hatten. Der Götz (Sarakusch) richtete sich auch auf. Wahrhaftig fuhr ihm nun ein fürchterlicher Schauer durchs Mark, wie er die dämonische, wahnsinnige Fratze seines Konkurrenten auf Augenhöhe gewahrte. Noch immer war die Spitze des Messers unheilvoll auf ihn gerichtet. Es herrschte eine grauenhafte Stille, um sie beide herum. Die lediglich durch das lebensschwere, alternierende Atmen der beiden Widersacher unterbrochen wurde. Werner aber verspürte plötzlich einen brennenden Schmerz in seiner Brust. Fast schon taub fühlte sich die linke Hälfte seines Körpers an. Auch wurde ihm das Messer plötzlich unfassbar schwerer, während gleichzeitig seine Hand niedersank. Mit dem Ellenbogen stützte er sich gerade noch auf der Spüle ab.
Götz erkannte erst jetzt, was dort genau vor ihm eigentlich geschah. Der verkrampfte Ausdruck im Gesicht seines Gegenübers ließ ihn zur Besinnung kommen und ihm entgegeneilen. Werner aber blickte bereits in tiefe Finsternis. Und als Götz ihn an der Hand berührte, da — stach er zu.
Beinahe schmerzlos glitt die lange Klinge durch das weiche Fleisch am, und um den Nabelrand. Götz fasste sich dort, nun an den Bauch. Seine Hände waren voller Blut, sah er. Auch ihm wurde es allmählich bedrohlich schwer sich aufrecht zu halten, bis er bald nur noch den pechschwarzen Grund der Unendlichkeit (vor sich) sah. Fest hielten sich die beiden umschlungen, während sie gemeinsam niedersanken und zugleich dann, von der Dunkelheit ins Licht schwammen.

***

Zur genau jenem Zeitpunkt lag Jessie noch immer in ihrem Bett und genoss ihr eigenes Stöhnen. Und dachte dabei an ihren Stecher; Antoine.


BILD BY: Christopher Balassa

FÜR R.

Wunderschön schoss ihr manchmal das Blut zu Kopf, wenn ich sie zu lange ansah. Ihre Augen glühten dann wie geschmolzenes Metall. Leider immer wieder fragte sie dann „What?!“ und nicht ein einziges Mal fiel mir das Wort Liebe (love) rechtzeitig ein.

Allein schon ihr Geruch veränderte meinen Puls. Wenn sie nachts neben mir lag ohne dass ich sie berührte, verbrannte mir beinahe schon das Herz. Mir war nicht klar, dass Schönheit fühlbar ist. Ihre Aura, die mir lichterloh zur Seele griff, stahl mir den Schlaf. Wie eine schwarze Perle ruhte sie, nur eine Armlänge entfernt — und atmete. Alle meine Sinne sehnten sich nach ihr. Doch nicht einmal im Traum vermochte ich, ihr nah zu sein.

Beim Frühstück sollte ich ihrer Mutter von mir und meinem Leben singen. Sie fragte mich, ob ich zu Hause eine Freundin hätte. – No –
„And…did you fall in love?“
Weder hätte ich zögern, noch sie belügen können. – Yes –

Auch sie saß mit am Tisch und wir schauten uns schüchtern, wie kleine Kinder an.

Nur mit Daumen und Zelt zog ich danach eine Woche durchs Land. Als ich wiederkam, hatte ich beschlossen, meine Liebe für sie einzufrieren. Mit warmen Wind schlug mir die Befreiung ins Gesicht. Der Tag, den wir darauf verbrachten, wird wohl für immer einer meiner schönsten sein. Alle, die uns sahen, schauten uns ganz voller Liebe an. Wir leuchteten im Park.

Bei einer geteilten Pizza nannte ich sie (eher aus Versehen): „the one“. Sie verwies mich auf den Wahrheitskern eines jeden jokes. Ich sagte ihr ganz im Ernst, dass ich nicht scherze.
Etwas später, nachts, vor dem Sandwichladen sagte sie, etwas müsse raus.

Dann sollten wir wohl schnell nach Haus.
Sie lachte, denn sie meinte nicht die Blase — sondern uns. Wir beschlossen Einigkeit — in der Liebe und der Angst.
Auf dem Heimweg hielt ich ihre Hand und unter grüner Ampel küssten wir uns.
„… die now!“, sagte sie und strahlte dabei, wie das Rot über ihr.
Am nächsten Morgen schon wusste ich — es war vorbei.
Jetzt gab es nur noch Worte ohne Klang. Der Abschied war fürchterlich. Hinter der starken Maske war ihr Blick ein einziges Aufkommen von Liebe. Ich drückte sie noch einmal ganz fest an mich. Ihre Haare rochen wie Kaugummi.
Mein Herz zersprang in tausend Teile.

FIN

[der] BAR-Titan

Fast jeden Abend ging ich in die wunderbare „1-Euro-Bar“, auch wenn es hier nicht ein einziges Getränk für 1€ gab.
Sabine, die Kellnerin, hoffte wie immer, mich abzufüllen. Und dann auf ihren überaus starken Armen nach Hause tragen zu können. Ich glaube, es war nur dieses eine Mal — ich selber konnte es kaum, nur aus schwammigen Sufffetzen, rekonstruieren, aber es genügte völlig, um zu wissen, dass ich keine weitere ihrer Pflaumenverköstigungen bedurfte. Daher erklärte ich ihr, dass ich Kopfweh habe und bestellte einen doppelten Tequila. Nach geraumen Suffergang fragte ich mich, wo wohl der Drei-Liter-Dieter sei. Pädo-Peter, für den eine 75Cent Tüte Lollis eine ganze Packung voller Spaß bedeutete, klärte mich schwer röchelnd auf. Bei Liter 3-n-halb sei der Dieter ausgerastet, habe sein Weizenglas am Tresen zerschlagen und es ihm, dem Peter, dann in den Hals gerammt. Das erklärte zumindest seinen dicken, wundtriefenden Verband. Meine letzten Zweifel eliminierte Wasser-Wolle, der zwar gut verdiente, aber sein Leben hasste und, warum auch immer, jeden Abend zum Wasser saufen und schweigen hierher kam, mir jetzt gegenüber saß und bestätigend nickte.

Um keine weiteren Fragen zu stellen und der Enge meines Hirns zu entkommen, bestellte ich mehr Tequila und noch ein paar Nüsschen dazu. Weil auch der Harnröhrenbrand mir immer wieder in die Gedanken kniff, suchte ich den Herrenwaschraum auf. Mein Spiegelbild sah aus wie Sülze ohne Remoulade. Ich tat, was ich in solchen Fällen immer tat, griff nach meinem Kamm und kämmte mir die Sorgen durch die Haare. Auf dem Weg zurück fragte ich mich, ob ich manchmal vielleicht nur deshalb aufs Klo gehe, weil ich hoffe, dass, wenn ich wieder komme, irgendetwas grundlegend anders geworden ist. Noch immer hatte ich nicht genügend Schnaps intus, um diese Theorie ganz abzudenken. Mein Stammplatz am Tresen war bereits besetzt. Da Ulle, auch nach seinem Unfall, selbst mit nur einem Arm, noch immer stärker war als ich, setzte ich mich zu dem arbeitslosen Trinkerpärchen an Tisch 1. Ganz ins Schweigen vertieft, hatten sich die beiden alternierend nichts zu sagen. Ein wenig beneidete ich sie, weil sie wie Salz und Pfeffer waren — grundverschieden, doch immer beieinander. Ihre vorwurfsvolle Wortabstinenz machte es mir jedoch schwer, hier weiter im Saufeinklang zu existieren. Anscheinend wurde ich zunehmend melancholisch, weil ich irgendwie an Liebe dachte und setzte mich notgedrungen neben ́s Klo. Mit bereits schweren Augenlidern scannte ich den Raum. Alles erschien mir albern und banal, aber bis zur Perfektion zugespitzt. Hier erwuchsen Klischees über Alkoholiker zur Wirklichkeit. Meine eigene Anwesenheit erachtete ich, durch genügend Ausreden unterfüttert, als unhinterfragbar gesetzt, schon weil ich teils ohne die Elternkomponente einer Mutter aufgewachsen und daher, fast ausschließlich, in Kneipen groß geworden bin. Welche Gründe auch immer die anderen jetzt hierher zu treiben schien — wir alle hielten suffgebetlich eine Einsamkeitsversammlung. Leider, wie es schien, war ich mein einziger Freund beim Alleinsein. Nur mit großer Not und immensem Aufwand, gelang es mir, den Vorsprung meiner Intelligenz wieder einzuholen. Da Alkohol schon das entscheidende Faktum meiner Zeugung war, führte ich diese scheinbar elementare Kette einfach fort. Zwei doppelte Tequila -— mittlerweile ließ ich auch schon die Zitronen weg. Am allerbesten ist man manchmal, wenn man am fertigsten ist. Am Tisch neben mir stapelte gerade Unraven-Robin, ein ecstasyverformter, redetalentierter Technoide, seine endlos fließenden Wortbrocken zu einem Turm der Nichtigkeiten aufeinander. Er sah bedeutend älter aus, als all die anderen hier. Es schien gar nicht allzu lange her zu sein, dass der massive Uppercut der Zeit ihn beinahe schon über Nacht hatte greisen lassen, so als hätte er sich bereits mitten in der Verwesung noch einmal halbherzig der Lieblichkeit des Seins besonnen. Offensichtlich wagte er einen unmöglichen Sprung in die Vergangenheit. Er war einer der hinterbliebenen Veterane seiner Drogen- und-Rave-Generation, mit bereits ausfallendem grauen Haar und Batikstirnband. Der Kollege zu seiner Rechten blieb schon rundenlang völlig regungslos. Er erinnerte mich an das ausgestopfte Frettchen hinter der Bar. Zurecht wohl nannten sie mich hier den Vor-Verurteiler.

Stavos Schusskundi setzte sich zu mir und entriss mich glücklicherweise meinem misanthropischen Gehirnkarussell. Was ein liebenswürdiger Haufen Mensch er doch war. Weil er behauptete von Kaufhauspuppen vergewaltigt worden zu sein, hatten sie ihm einen Jagdschein (inkl. Rente) ausgestellt. Er hatte immer viel Zeit und verkaufte mir seine Psychopharmaka. Die Weiber machte er sich immer während seiner Kurzaufenthalte in diversen Klapsen klar, und da mich der Penetrationsverlauf meiner Freunde schon immer interessiert hat, überließ ich ihm das Reden.

Durch den kleinen Spalt eines geöffneten Fensters verschaffte sich eine weiß-rot gestreifte Katze Einlass. Teils erfolgreich suchte sie den Boden nach übrig gebliebenen Essensresten ab. Anscheinend jedoch lag ihr eigentliches Hauptaugenmerk auf den unzähligen Bierpfützen, an denen sie sich einen ordentlichen Rausch besorgte. Schwankend, aber immer noch elegant, sprang sie auf den Tresen und räumte dort nacheinander alle Gläser ab — mit voller Absicht, ich konnte es in ihren aufblitzenden schadenfrohen Augen sehen. Weil alle schon so besoffen waren, erfolgten die Reaktionen nur zögerlich. Aufgeschreckt rannte sie jetzt durch die Bar, machte jedoch vor unsrem Tisch kurz halt. Mir war, als ob sie mir zuzwinkere und dabei lächele. Dieser Ausdruck — ich kannte ihn genau. Nicht nur ihr ganzes Wesen und die listige Partie um ihre Augen, sondern auch die Farbe ihres Fells — alles erinnerte mich an einen verstorbenen Saufkumpanen, der ebenfalls hier zechansässig war. Bei einer günstigen Gelegenheit verschwand sie blitzschnell durch die Eingangstür. Es bestand kein Zweifel … sie war die Reinkarnation vom Bollo Lupawsky, der vor einem Jahr zu lange ins Licht geblickt hatte (LKW). Scheinbar kommen sie alle zurück, auch wenn jeder nur alleine sein Ende finden kann. Wie beruhigend war es, ihn wieder unter uns zu wissen.

Jetzt wurde mir die ganze Situation ein wenig zu stavoslastig, welcher sich nicht ein einziges Mal hatte unterbrechen lassen. Ich verabschiedete mich mit einem Rülpser und ging zur Theke.
Neben mir knutschte gerade eine alte Frau mit solariumverbrannter Lederhaut und ausgeblichenem Blondschlampenhaar mit einem Typen rum, der auf keinen Fall älter als 19 hatte sein können. Erst später erkannte ich sie an ihrem Todesfäulnis übertünchenden Nutten-Parfum. Es war die Englischlehrerin Miss Stück, wegen der man unser kleines Etablissement mancherorts auch Absaug-Bar nannte. Die beiden waren vollends vertieft in ihre Zungenschlagekstase. Mir war ganz elendig. Dieses Mal bestellte ich mir nur einen einfachen Tequila — und ein Bier.

Erst als ich mir ein bisschen auf die Hose gekotzt hatte, erwachte ich aus meiner ein-Mann-geselligen Tresenlauschposition. Ein bisschen befummelte ich noch Miss Stücks Hintern, aber auch das war ohne Reiz. Alles war sinnlos bis zum Kern. Hörig ergab ich mich meinem Alkoholismus. Drei Tequila später machte alles wieder einen Sinn. Die Countrymusic stand meiner Seele in diesem Augenblick ganz ausgezeichnet.

„Wir sind wie Trucker … nur ohne Truck — und ohne Job.“ Wie oft schon hatte Armin mir in solch finstren Stunden beigestanden. Sein Geruch störte mich nicht.
„Was bleibt dann noch?“, fragte ich. „Das kann ich dir genau sagen: ́n ausgewachsener Bierdurst, ́n Bierbauch und ein gesunder Appetit auf Hack!“, sagte er. „Na ja — das Töten gehört zum Leben, wie das Atmen“, dabei schob er mir einen Schnaps vors Kinn. Weil er von Beruf Metzger war, war ich mir nicht ganz sicher, ob er damit Lebewesen oder Gehirnzellen meinte. Gemeinsam gaben wir uns dem Abgrund hin. Ich fragte mich ernsthaft, ob wohl gelebtes Glück = Leidenschaft ist.

Die Gespräche rings um uns wurden zunehmend lauter und zeugten nur noch vom vorherrschenden geistigen Bankrott. Alles erschien mir auf einmal fatal falsch. Es gab nur eine Lösung. Ich bestellte …

NO Strobo [pro Prosa] — Light-Gedicht

So plötzlich, alles verloren; nur durch den…!…puren Drang-pissen-zu-müssen-aber-nicht-(zu)-können-aber-auch-nicht-mehr-lange-aufhalten-zu-vermögen-w-i-r-k-l-i-c-h; furchtbar fürchterlich! Jegliche Sekunde zur Unendlichkeit geronnen, verbrennt, in meinen Shorts. Papa-Pippi-Mann schreit fatal und laut, schriller als ein Mädchen… (boah, schäm dich, man), …auf; da! der Kanalhahnstrahl of Death — Fire des Todes, will sich aus meinen Innereien, seinen feinwein-ätzenden Wehenwegklagenden Weg nach: außen rausfressen. Und wird es sicher auch bald. Alle sehen mich an — (und dann?! was kann man machen?)

So mitten in der Lyrik-Lesung — muss ich plötzlich aufs Klo. Das gesamte versammelte Auditorium; unzählige (wenige) grässliche Fratzen. Vereinheitlichte Viehmenschen und Charakter-Maschinen. Die bloß auf ihre Kosten kommen wollen. Das ist doch krank. Ich hätte bei meiner Kurz-Prosa bleiben sollen.

(vielleicht, ja! aber das ist kein Bullshit, den du mir hier jetzt auftischst)

 

Ja. Nein. ALSO: Ich weiß auch nicht. Aber ich muss pissen!!!!!!!!!!!

Durch die Aula. Und endlich draußen. Aber ich kann Ihn nicht einfach hier, ohne weiters rausholen, das geht nicht. Nein, nicht, nein-nicht-einfach-fuck-ich-muss-strullen-wie-ein-Ochse. (kapier ich nicht. warum biste denn nicht drinnen gegangen; die Klos hier sind doch sicherlich ziemlich sauber…) Irgendeine Toilette nehmen? ÖFFENTLICH — spinnst du?!

(das Desinfektionsspray, dass du immer mit dir rumschleppst!?, verstehe)

Bestimmt kommt irgendwann gleich ein Busch.

(geh doch!), (da vorn … einfach; da vorn ist gleich…)

 

Geht nicht. Zu viel Menschen. Und ich-schiff/mich gleich ein…

.………………………………)) ;

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:


……
………

(zu spät … wie erbärmlich)(wärst du nur drinnen geblieben — shit! ALLES NASS. und jetzt?

die Leute gucken schon ;—)

***

[Fastabend] Schatten, wie wir

Längst bis auf die Haut nass und durchgefroren, standen sie noch immer vor verschlossener Tür, kurz vor Tagesanbeginn, und waren froh darum, dass niemand ihnen öffnet — trotz mehrmaligem Klingeln…
Ein altes Mannequin mit unzähligen Schuppen, spallierte plötzlich zwischen (geöffnetem) Türspalt hervor — und sah entsetzlich zerzaust aus, raus. Sein Gebiss war über Nacht drinnen geblieben. Quer, zwischen seinen eingefallenen Wangen, schob er es quietschend hin und her.

„Guten Abend, Herr…“, sprach der verkniffen dreinscheuende Grauhaarige-[Polizei-Beamte], als Erster. Aber, hielt plötzlich inne — und spickte dann doch vom Klingelschild ab.
„Herr …… Fastabend; richtig!?“

Sein Kollege wendete die POLIZEI-Kappe, die er wie ein Lenkrad in seinen blass-blauen Händen hielt, zugleich gegen den Uhrzeigersinn.
„Dürften wir kurz auf einen Augenblick reinkommen, vielleicht?“
„Warten sie…ischsschehlkrz“, rasch wendete sich Herr Fastabend um.

Der Strichmund-Beamte, der als Erster gesprochen hatte, sah nun zu seinem jüngeren Kollegen auf. Beide zeigten sich bleiche: Ich-weiß-es-doch-auch-nicht-Gesichter — und folgten dem kleinen, buckeligen Mann daraufhin ins Innere hinein.

Nicht nur, da Herr Fastabend gerade aus dem Schlaf geworfen worden war, auch hatte er vergessen, wo? (auf dem Nachttisch, wo auch sonst?) und da — schon wieder vergessen, was? er, seine Brille nämlich, hatte liegen lassen. Manchmal schien ihm sein Leben lediglich nur noch eine aneinandergereihte-Folge-des-Vergessens zu sein. Ein Glück vergaß er seine Vergesslichkeit nun mittlerweile auch immer zielstrebig, geübt und zügiger. Mit jedem Tag, der verstrichenen; wart Gefangener er mehr und mehr — in seinem vergilbt und runzeligen Menschenkostüm, das ganz allmählich ein paar Nummern zu groß schien; (schwer zu tragen und gar unerträglich). Er stand mitten im Wohnzimmer, wusste nicht, woher? er, und wieder — was? er…

Und, er suchte weiter. Nach etwas, das er beim besten Willen — nicht finden konnte: „Verdammicht noch eins“, nuschelte er vor sich her.
Restregen tropfte auf den Teppich, rings um beide Polizisten; die noch immer wie angewurzelt, aber unentschlossen, klamm und beklommen — einfach bloß so dastanden, in ihren nass-glänzenden Regencapes, sicher froh waren im Warmen zu stehen. Und sich ab und an die Hände rieben.

***

„Verstehen Sie?!!!“, fragte der Jüngere jetzt, noch ein Mal. Sein Kollege schien abwesend derweil, beinahe erstarrt zu sein.
Immer noch verschwommen, und orientierungslos sah er zum (in) „MUTE“ geschalteten Fernseher. Shoppingkanal. Sein Magen rumorte. Die Bilder im Kopf — der, vom Beifahrersitz aus, [raus-]geschleuderte Junge, um die Leitplanke geschlungen; dazu die aufgeplatzte, zerquetschte junge Frau, hinter dem Steuer. So etwas; ist falsch, einfach nicht richtig, dachte er. Einen Schritt — weit entfernt, sprach sein Kollege: „Glauben Sie mir … ich, mein Kollege, alle anderen, dort vor Ort, wir haben unser Bestes getan, weiß Gott. Und ich wünschte, es bliebe mir mehr als ihnen bloß all mein Mitgefühl und Mitleid auszusprechen…“, was er hatte sagen wollen, war Beileid. „Gibt es denn jemanden, der nachher nach Ihnen gucken kann? Vielleicht, jemand aus der Nachbarschaft?“

Herr Fastabend sah verkniffenen Schlitzauges auf zu ihm (sah aber eigentlich nichts, außer Schemen). Nickte. Oder nickte er nicht?
„Wo nur?“, stammelte er.
„Beim Bestatter, Kulmbach, glaub ich“, lautete die Antwort „In Erzwingen. Also sehen Sie, sehen Sie, hier! Schauen Sie doch…[zwei laminierte Visitenkarten hielt der junge Beamte in seiner Hand]…ja, die hier? Die leg ́ ich Ihnen hier hin — neben ́s Telefon und das Schälchen da. Das ist die Nummer, die Durchwahl der örtlichen Seelsorge-Hotline. Egal wann, wann immer Sie wollen, da können Sie gern´ da AN-RU-FEN. OK?“

„Und die hier…“, der junge Beamte zeigte wieder nur ein Kärtchen hoch „… die wissen auch schon Bescheid und werden alles Weitere, notgedrungen, in die Wege leiten. An ihrer Stelle sonst, verstehen sie? Auch, wie es es dann mit Ihnen weitergeht, muss noch geguckt werden, ich weiß auch nicht“.

Bis auf das Letzte, sprach er alles so überdeutlich und akzentuiert aus — wie ein Automat beinah. Dann ließ er die Schultern hängen und spürte sowohl die enorme Müdigkeit, als auch die Kälte alle-mal, die ihn durchdrang. Die alle drei durchdrang.

Beide Beamten erschraken, als plötzlich das Funkgeräte, an der Brust des Älteren, zu kreischen anfing. Schon waren sie wieder draußen und stiegen in ihren Dienstwagen-VW. Es regnete. Ein weiterer Unfall erwartete sie.

„Jetzt hab ich ́s“, sagte Herr Fastabend. Nur zu sich, wie er wieder alleine im Haus zurück geblieben war. Er meinte seine Hörgeräte, die im Badezimmer — aber er vergas es sofort (wieder)…


BILD BY: Christopher Balassa

Hungertriebe

Manchmal LOVE

Das Schweigen.  Jede unserer Begegnung war — wie wenn sie der Stier aus Seide, und ich der betrunkene Torero wäre. — küss mich! sagte sie jetzt — aber so, als wenn sonst auf dieser Erde nichts mehr wichtig wäre. Vielleicht war´s ja tatsächlich… Tief reichte der wutglimmende, und doch irgendwie wehmütige Blick ihrer trief-weichen Weintrauben-Augen in mich hinein. Kam zumutbar, doch scherbenklar. Ich spürte, wie sich mir die Haut abschälte. Während ihre stecknadelnden Hasspupillen mir zuwarfen — dass ich ein Arschloch war.  — lass-das-sein! sagte ich, ohne es auch so zu meinen. Weil sie noch um so vieles schöner, wenn sie aufgebracht war — war. Und zerrte. Zu allem Überfluss floss der Schweiß, in Strömen, aus mir heraus. Der Strom ging aus. Toll. Nur ist die Dunkelheit leider auch kein Gegenmittel gegen Realität(en). Sie kam näher. Und sie roch wunderbar, wie immer. Das Licht ging wieder an. Ich tat gänzlich unberührt — und rauchte und rauchte. Ab und zu auch mal nippte ich an meinem Cola-Bier, das werde half noch schmeckte. Plötzlich änderte sich ihr Gesichtsausdruck. Wieder war sie eines kleines Mädchen, mit einem Blick, absolut rein und klar, wie ich sonst noch nie — und auch nie wieder sah. Ich ließ sie einfach auffahren, aufprallen. Nichts anderes blieb mir mehr — als die Wand des Schweigens. Das schlimmste an wahrhaften Gefühlen ist, das sie alles — und zu vieles, zugleich sind. Vielleicht hätte ich nur einen kurzen Moment der Ruhe gebraucht. Sie auch, denke ich. Verdient hätten wir ihn. Als ich sie jetzt ansah — wusste-ich: Das Leben ist immer genau so wundervoll, wie es auch abgefuckt ist. Lustig, schön und schade. Aber alles — und es immer wert — es zu weit zu treiben, selbst wenn alles schief läuft. Dann soll es so. Und trotzdem, nicht ein einziges Wort hätte je gereicht, für sie, jetzt, hier und nirgendwo … nie. Vielleicht ist das so. Aber mit ihr, egal wann, jedes Mal, war es ganz einfach — nicht nur so. Sondern besser. Gut und schön sogar. Und fast das Ganze. Manchmal mehr. Leider wusste ich zu gut, dass das nicht alles war. Und hinterher noch weniger. Hätte ich mich in diesem Moment auflösen, oder wenigstens mit ihr aussöhnen können … Dafür aber war immer noch zu viel da. Und in der Menge, waren wir uns da beide gleich. Lustig, da in all der Merkwürdigkeit — wir uns so vertraut vorkamen. Schwer und unausweichlich saßen wir jetzt voreinander — ohne Ausweg. Außer Flucht. so barbara.


 

 

MDMA

Wow(!)-wo-kommen-auf-einmal-all-die-schönen-Frauen-her? Schweißausbruch, & n ́ bisschen schwindelig is´ mir auch. Kein Durchblick. Fahrstuhlmagen. Kippchendrehen geht sowieso nicht … mehr. Und wenn — nur mongo, raucht [sie] sich von ganz allein und schmeckt beschissen. Dieser Geschmack, eh — im Hals, wie Arsch; wie auf alten Zehennägeln rumzukauen. Also raus, bloß n ́ bisschen Klarheit schnappen. Aber denkste, Fehlschlag. Die Beine am Propellern schon. Kaum kann ich geradeaus seh ́n. Wieder rein. Was für ́n weichen Gang ich hab. Und plötzlich dieser Blick — wie er sich mir langsam den Rücken frisst. Ist ́s wahr? Doch-ja-doch, durchaus. Ich am Gucken. Sie am Gucken. Immer noch. Ein Lächeln. Da! Erst sie. Dann ich. Scheiß drauf — denk´ ich. Und setzt mich zu ihr. Sie strahlt. Ich sowieso. Gute Energien hier. Meine Zukunft steht in ihren Augen — & so versinke ich allmählich darin; süßliches Ertrinken; immerhin. Das Gespräch läuft. Nur weiß ich kaum mehr worum ́s geht. Ihr Frauenblick — ganz sicher; zerrt mich fast auf damit.

— du bist ja `n ganz schön Abgebrüht, sagt sie.

Ich verstehe sie nich ́ ganz — und lächle verwegen [oder dämlich(?)], geschmeichelt so vor mich her.

— kann man sich dazugesellen

fragt er, von oben her. Woher … kommt … er? Zwei Gläser Wein in seiner Hand. Schon sitz er da. Was stiert er mich so zu? Macht auch keine Anstalten sonst aufzustehen … Oh nein! Versteh´. IM ERNST? IHR ERNST?! Wirklich —

— du bist ihr Freund, nich ́?, frag ich.

Sie!  Jetzt am Telefon, als wenn nichts wär ́.

— jahha! Ziemlich-ziemlich unhöflich. Und dreist (von dir), sagt er.

[?] _ [?]

VON MIR????????????? Aber, scheiß drauf, denk´ ich.

War ja eigentlich fast klar.

so barbara


BILD BY: Christopher Balassa