Als wenn ich meine Mutter küsste

Ich bin nicht so wie du denkst, sagt sie. Und ist immer mehr so, wie ich denke. Ich will deinen Namen gar nicht wissen, sag ich. Da schaut sie mich an. So richtig lang. Was ist denn, frag ich. YVES, du weißt ganz genau, wie ich heiße. Scheiße, denk ich und lächele — versuch sogar noch zu gucken, als ob … Sie lächelt nicht. Das kann ich mir nicht vorstellen, sagt sie. Warum nicht, frag ich und verkriech mich ins Bier. Ein Glück, ist Ignorieren so´n Hobby von mir. Noch ein Bier. Ich puste Zigarettenqualm in Richtung Decke. Und vergesse sie fast.

Fast fasst sie mir dann auf die Schulter. Rechtzeitig zieh ich noch weg. Was will sie denn, denk ich. Und sehe sie mal wieder an. Dann ein kleiner Anklang der Reue. Das geht so nicht weiter, sag ich. Sie rückt auf.

Da gibt´s nur noch eins. Zwei Schnaps. Ich trinke beide. Schon besser. Sie sieht gar nicht so schlecht aus, denk ich. Sie lächelt wieder. Jetzt lächle ich auch. Wir trinken gemeinsam und küssen uns — darauf — trinken wir weiter. Auch … sag ich, auch nicht — das mein´ ich nicht. Was meinst du denn, fragt sie mich. Ich sag, dass weiß ich nicht. Sie sagt, dass stimmt. Das weißt du doch nicht, sag ich. Doch, dass weiß ich, sagt sie. Auch das weißt du nicht … und sagst trotzdem doch. Das hab ich nicht, sagt sie. Doch, mein ich. Allmählich wird es lästig. Eher zäh, denk ich. Und bestelle drei Schnaps. Dies´ma kriegt sie ein´ ab. Ab da gehts weiter.

Und auch gut. Wir machen rum. Wieder. Oh mein Gott, sag ich. Was denn, fragt sie mich.

Ich: Ach, aber wenn das Anna wüsste … dann…/

Sie: Yves!

Ich: dann … weißt du … das ist … irgendwie … sie is´ meine Freundin; eigentlich…/

Sie: Ie-hev!

Ich: Na ja … scheiß drauf; aber wie gesagt … wenn sie das …/

Sie: Iehv!

Ich: …

Sie: Ich bin´s. AN-NA!

Ich: shit!


BILD BY: Nschotschi Haslinger 

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Anti_Liegestütz

Direkt beim ersten Zungenkuss — in die Buxe gewichst. Shit. Zwei Tage später. Im Bett:

Braune Make-up-Schlicke in ihren Mundfalten. Abgewürgt. Verreckt. Nichts wie weg — war mein Gedanke. Und WOW! Jetzt halt dich fest. Ich stand ja auch gar nicht auf sie. Nicht so richtig, zumindest. Die Sache mit dem Begreifen — (du erinnerst dich). Woher soll man es auch vorherwissen? Und wie beschissen war´s jetzt, sich hier wieder rauszuwinden. Schicksals-Rodeo. #Selbstbetrug-no1# — den ich aus eigener Tasche zahlen sollte, musste, woher(?) — ich trug nur Boxershorts. Und umso länger ich sie jetzt ansah, desto weniger entsprach sie meinen Vorstellungen; scheinbar — so blieb mir nur noch dieser eine … merkwürdige Einfall. Ich lachte schon. Und sie fragte:

– was is´?

– … wie wär´s, … also, wie wär´s, wenn wir Stripverstecken spielen?

Sie schaute mich groß an. Und so auf die Schnelle fiel mir auf: der Ablauf war vage und zu ungenau — unklar, bis hierhin aber genial. So aber, und so auch weiter, tat ich einfach weiter fasziniert, fixiert auf meinen Einfall.

– pass auf! Du bleibst so wie du bist. Und versteckst dich hier … irgendwo. Im Haus … und ich … ich zieh mich wieder an … (Pause) … damit´s überhaupt losgehen kann. Und ich fang dann an zu zählen. Und für alle zehn Sekunden, die ich dich nicht finden kann, zieh ich ein Teil wieder aus … ?

Völlig unsinnig, klar — aber ich war schon so begeistert und bereits angezogen, dass ihr außer mitzumachen gar nichts übrig blieb. Also, sie zog los und die Tür hinter sich zu, während ich mich, in Sicherheit wähnend davon schlich. Kurz vor der Tür stand plötzlich ihre kleine Schwester vor mir.

– wo willst du hin? fragte sie.

– äh …

– ich weiß, was du vorhast!

– blödsinn! sagte ich.

Und ging — ich rannte. Denn mit der Schwester war auch der Vater unerwartet früh nach Haus gekommen, den ich jetzt, bis auf die Straße, schreien hörte. Meiner saß wie immer, wenn ich Heim kam in seinem Sessel und schaute erpicht Fernsehen …