Das kurze Glied in einer langen Kette von Schweinereien


Noch in einem der billigsten Länder dieser Erde blieb Otto Kranzton — selbst als wohlhabender Sextourist — völlig aussichtslos. Leider sah man ihm in reinster Weise an, dass er vollends hässlich war. Alles an ihm schien den Gesetzen der Ästhetik zu widersprechen. Erst in einer heruntergekommenen Bar gab ihm einer der Schlitzgeäugten den entscheidenden Tip.

Auf einem wackeligen Boot brachten sie ihn zu der kleinen Insel. Mit einem goldbestückten Lächeln wurde er persönlich von dem Betreiber in Empfang genommen. „Welcome to the Cream Dream!“, sagte er.

Da dieser blind für alles außer Geld war, ärgerte ihn die angewiderte Zurückhaltung seiner Angestellten. Höchstpersönlich führte er daher Herrn Kranzton übers Areal. Jede der unzähligen Hütten barg eine eigens konzipierte erotische Landschaft in sich. Herr Kranzton wählte den Orient.

Das Haremsszenario war rot, plüschig und weich, wie ein Opiumtraum. In der Mitte des Raumes wartete angekettet auf ihn die völlig körperhaarlose Mulattin-Schönheit. Dass sie ganz offensichtlich eine Perücke trug, störte ihn nicht. Noch nie hatte er Nacktheit in echt gesehen. Verstohlen blickte er zu Boden, als sie ihm laut schmatzende Küsse zuwarf. Kaum hatte er sich ihr genähert, da zog sie ihn auch schon mit ihren langen starken Armen an sich. Ihr Geruch war exotisch und intensiv. Die Fackel in seiner Hose entfachte einen Waldbrand der Leidenschaft. Nahezu brutal zog sie ihm die Hose aus und verschlang betörend nass lutschend sein Glied. Ihre Zunge war so lang und stark wie eine Pythonschlange. Mit großen schwarzen Augen blickte sie ihn an. Die Wollust brachte ihn der Ohnmacht nah. Sogleich stürzte sie sich auf ihn, als er niedersank. Zum ersten Mal flutschte sein Fleischutensil in eine weibliche Lauerbox. Beinahe, so glaubte er, verursache ihm ihr gnadenloses auf und ab eine Beckenfraktur. Ihr nass-heißer Lendenschwamm begrützte seine Blutstaustelze mit vaginalem Lustschlamm. Es schmatzte wie im Altersheim. Ottos Ejakumulation drang tief in ihre Eingeweide. Mit einem lauten Schrei bekundete er die Vollendung seiner Lust. Gelenkig kratzte sich indes die Mätresse mit dem Fuß am Ohr.

Es dauerte Stunden, bis der Besitzer Herrn Kranzton klarmachen konnte, dass eine Hochzeit völlig ausgeschlossen war. Es liege nicht am Geld, sagte er, nur gäbe es keinen Staat auf diesem Planeten, der einen weiblichen Orang-Utan als Ehepartner anerkenne.


Ein Auszug aus: ERECTION PERFECTION

Mehr unter: http://erectionperfection.de/

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Dickradation

Ich erinnere mich daran, dass ihre Muschi ein wenig wie feuchte Nüsschen roch.
Meine Nase steckte in der nasstriefenden Falte zwischen ihren Beinen und meine Zunge bearbeitete das Modrige. Sie behauptete, dies sei die einzig sinnvolle Methode, mich zum Schweigen zu bringen. Da hatte sie vielleicht Recht, auch wenn ich ihr ein paar Dinge hätte erklären sollen. Die Frequenz und die Lautstärke ihres Stöhnens wurde immer heftiger. Ihren Arsch mir ins Gesicht gestreckt, dockte ich wieder aus. Die pralle Ansicht ihres weißen Hinterteils, sah genauso aus wie der hell leuchtende Vollmond, der durch das Dachschrägenfenster auf uns nieder schien. Direkt schlüpfte ich in sie hinein. Ihr warmer Votzentempel empfing mich königlich. Sie machte die Bewegungen und ich hielt still. Ich kam nicht drum herum, mir vorzustellen, dass es der Mond war, der mir da gerade einen blies. Immer wieder saugte er an, bis zum Schaft, ohne Würgen und ließ lediglich ein schmatzendes Geräusch verlauten. Ich holte den alten Feuchtschlitzsoldaten aus seinem Unterschlupf. Ihre Mösenbrühe ließ meinen Schwanz glitzern. Noch immer funkelte er, wie ein Wienerwürstchen in Aspik.Augenblicklich fühlte ich mich zurückversetzt in den Moment, als ich ihr knackiges Jungfernhäutchen zerfetzte (Kirschentkernung). Aus pädagogischen Gründen ließ ich mir hinterher alles feinsäuberlich wegschlabbern. Ihr Anblick danach hatte etwas von einem Clown.

Jetzt aber zögerte ich etwas zu lange. Sie lag bereits wieder auf dem Bauch. „Leg dich auf mich“, sagte sie. Dies war zwar nicht meine bevorzugte Variante der Rückseitenbespachtelung, dennoch zeigte sie sich hinterher immer durchaus erkenntlich.

Als ich auf dem Rücken lag und sie auf mir, ging sie sofort in die Hocke.

Ich liebte den Anblick des nassen Brötchens, dass sich immer wieder über meine Fleischbewaffnung stülpte. Doch bevor sie sich hatte umwenden können, war ich bereits in ihr gekommen.
Unserem Ritual getreu, stellte sie sich auf, direkt über meinem Gesicht, und presste die Ejaksuppe heraus. Heiße Tropfen der Liebe besprenkelten mich.Ich wusch mir das Gesicht und ging runter in die Küche.
„Und hast du deine Schwester ins Bett gebracht?“ fragte meine Mutter.


BILD BY: Cora Sprengel

Weinrot, wie ein Sonnenbrand

[der] Nachsang der Nacht

Dem Delirium so nah, dass ich bereits doppelt sah. Rekonstruierbar ist der Rückweg erst ab da, wo wir die Stufen zur Haustür rauf-krabbelten. Am Ende — doch noch dort angelangt, sah ich: ihr Blick war essentiell — linear und Ziel: sexgerichtet; voller Hingabe, Gier und Leidenschaft. Unsere Zungen wickelten sich umeinander, rangen. Immense Erektion. Ein feucht, fast auslaufend nasser Schritt. Wir kicherten benommen. Der Weg ins Schlafzimmer — [er] dauerte.
Direkt schmiss sie sich rücklings aufs Bett und rekelte sich ruhelos; legte den Kopf zur Seite und hielt die Augen geschlossen. Wie unter Qualen, atmete sie schwer. Ich hatte sie nicht einmal berührt — und zog mir die Klamotten aus. Dann legte ich mich zu ihr. Heiß war ihre Haut und ihre Bauchmuskulatur zitterten, wie ich ihr mit meiner Hand über den Nabel fuhr in Richtung… Ungeduldig riss sie sich das Shirt über den Kopf. Den BH öffnete ich ihr mit meinem patentierten Krabbengriff(©).
Platzende Küsse wanderten ihren Körper auf und ab. Bis ihr besoffen und nasser, wilder Raubtier-Mund mich in Empfang nahm. Sie biss mir die Unterlippe wund. Zugleich öffnete ich ihr den Hosenknopf, den Reißverschluss. Bereits war ihr Höschen warm und nass. Immer tiefer rieb sich der Stoff in ihrer klebrigen Gletscher-Ritze fest, während ihr heißer Stoßatem mir in den Mund schoss. Ich griff ihr …endlich!… in den Slip.

— nein! Halt; wir dürfen das nicht…

meinte sie, ohne es zu meinen; denn schon gelierte sie — um meine Fingerkuppe. Der Startknopf. push the button. Die Begierde initiiert. Zügellos rannte die Leidenschaft jetzt über wollüstig, und saftendes Terrain. Als ich ihr das Höschen auszog, musste ich laut lachen, da ein angreifender Tiger darauf abgebildet war. Der passte.

Erst leckte ich ihr die Schenkel; und dann die weiche fleischfarbene Pflaumekerbe aus. Sie griff nach meinem Schwanz. Und rieb ihn sich durch ihre Schneckenrinne. Fast schon war ich drin. Doch bestand sie partout darauf ihn sich selber reinzustecken. Schon als nur die Spitze dippte fing ihre Hüfte wellend an zu kreisen. Der Raum auch. Im Rhythmus wabernd und vibrierend wurden unsere Körper zu einem schwitzend und japsenden Fleischballen. So lösten wir uns ineinander auf. Und wurden eins. Wie kitschig.
Wie wunderbar.
Kurz zog ich ihn raus. Er glitzerte im Mondlicht. Doch sie schrie:

— steck ihn bloß wieder rein(!!!)

Ein heißer, weißer Blitz, und schon sah ich lediglich bloß noch Sternchen überall. Aber eh ich mich versah, lag ich bereits hilflos auf dem Rücken. Eine kreisende Zunge an meinem prallen Aal. Ich hob die Hüfte und spürte ihren Rachen prompt. Sie drehte mir ihren Hintern ins Gesicht und setzte sich. Noch ein Mal sah ich über meine Stirn hinweg den Mond, und wie er grinsend reingeirte; und sich scheinbar einen vor dem Fenster wichste, schaute dann aber nur noch mitten ins braune Bärenauge — und sie, mit aufgesetzten, Füßen hielt sich derweil an meinen Zehen fest. Pralle Bäckchen wippten auf und nieder. Das Ganze wollte kein Ende nehmen. Schon wurde es wieder hell. Sie sah müde, matschig und durchgefickt aus — und ich wohl ebenso. Ein erlösender Erguss schien ausgeschlossen.
Kurz darauf schliefen aufeinander ein — ineinander.

— BLACKOUT —

Warum ich nackt war? — fragte ich mich, kurz nachdem ich schwerfällig erwacht war. Sie saß neben mir auf dem Sofa und trug lediglich meine Boxershorts. Es dämmerte bereits wieder. Sie lächelte herrlich verschwitzt, und noch etwas durcheinander. Sie sah nie wieder wunderbarere aus.

— uhpps!

…und schon legte sie sich wieder zu mir. Dieses Mal dauerte es nicht lang. Zu viel hatte sich angestaut. Ein aufatmender Sonnenschein — in ihr zu kommen. Der Glanzschein eines verbotenen Königreichs, ein Heil, das mich durchströmte und nun wieder aus ihr rauslief. Für kurz hielt das Verlangen still. Sie ging ins Bad.

Vor einer Bar, auf weißen Plastikstühlen, saßen wir; es war bereits wieder Nacht geworden.

— na ihr Vollmänner!

sagte jemand von hinten, und legte uns beiden dabei den Arm um.

— mein Gott! Wie unglaublich hacke ihr gestern wart; Junge, Junge!

Er war der Fahrer. Der uns  gestern bis nach Hause gebracht hatte. Sie, so erzählter er, hätte während der fahrt aussteigen und kotzen müssen. Und ich, ich hätte mich zum Schluss sogar gewehrt und nahezu geweigert auszusteigen.

— ihr seit echt der Hammer, Leute…

schon verschwand er.

Wir tranken noch eine Weile gegen den Kater an und gingen  Heim. Die Welt schien entspannt und der Himmel tief zu hängen. Nur ein paar vereinzelte Lichter brannten einsam auf den Hügeln ringsumher. Ich griff nach ihrer Hand, und ich wusste, dass dies uns letzter friedlicher Moment sein würde.
Schweigend schlichen wir den Hang hinauf. Ein Abschied, ganz im Stillen. Ein schüchterner Kuss; kein Wort jedoch.

Dieses Mal steckte ich ihn selber rein. Schon nach ein paar kurzen Bewegungen spritze ich ihr einen dickbatzigen Spermaschwall auf den Rücken. Sie lachte; ich putze ihr schnell den Rücken mit einer meiner Socken sauber.

****

Am nächsten Morgen musste sie früh los — um ihren Freund von Flughafen abzuholen.

— mach´s gut!

sagte sie, während sie IHM, sogar nur durch die Hose, einen lalleretzten Kuss gab. Mir gab sie keinen.


BILD BY: Christopger Balassa

[der] BAR-Titan

Fast jeden Abend ging ich in die wunderbare „1-Euro-Bar“, auch wenn es hier nicht ein einziges Getränk für 1€ gab.
Sabine, die Kellnerin, hoffte wie immer, mich abzufüllen. Und dann auf ihren überaus starken Armen nach Hause tragen zu können. Ich glaube, es war nur dieses eine Mal — ich selber konnte es kaum, nur aus schwammigen Sufffetzen, rekonstruieren, aber es genügte völlig, um zu wissen, dass ich keine weitere ihrer Pflaumenverköstigungen bedurfte. Daher erklärte ich ihr, dass ich Kopfweh habe und bestellte einen doppelten Tequila. Nach geraumen Suffergang fragte ich mich, wo wohl der Drei-Liter-Dieter sei. Pädo-Peter, für den eine 75Cent Tüte Lollis eine ganze Packung voller Spaß bedeutete, klärte mich schwer röchelnd auf. Bei Liter 3-n-halb sei der Dieter ausgerastet, habe sein Weizenglas am Tresen zerschlagen und es ihm, dem Peter, dann in den Hals gerammt. Das erklärte zumindest seinen dicken, wundtriefenden Verband. Meine letzten Zweifel eliminierte Wasser-Wolle, der zwar gut verdiente, aber sein Leben hasste und, warum auch immer, jeden Abend zum Wasser saufen und schweigen hierher kam, mir jetzt gegenüber saß und bestätigend nickte.

Um keine weiteren Fragen zu stellen und der Enge meines Hirns zu entkommen, bestellte ich mehr Tequila und noch ein paar Nüsschen dazu. Weil auch der Harnröhrenbrand mir immer wieder in die Gedanken kniff, suchte ich den Herrenwaschraum auf. Mein Spiegelbild sah aus wie Sülze ohne Remoulade. Ich tat, was ich in solchen Fällen immer tat, griff nach meinem Kamm und kämmte mir die Sorgen durch die Haare. Auf dem Weg zurück fragte ich mich, ob ich manchmal vielleicht nur deshalb aufs Klo gehe, weil ich hoffe, dass, wenn ich wieder komme, irgendetwas grundlegend anders geworden ist. Noch immer hatte ich nicht genügend Schnaps intus, um diese Theorie ganz abzudenken. Mein Stammplatz am Tresen war bereits besetzt. Da Ulle, auch nach seinem Unfall, selbst mit nur einem Arm, noch immer stärker war als ich, setzte ich mich zu dem arbeitslosen Trinkerpärchen an Tisch 1. Ganz ins Schweigen vertieft, hatten sich die beiden alternierend nichts zu sagen. Ein wenig beneidete ich sie, weil sie wie Salz und Pfeffer waren — grundverschieden, doch immer beieinander. Ihre vorwurfsvolle Wortabstinenz machte es mir jedoch schwer, hier weiter im Saufeinklang zu existieren. Anscheinend wurde ich zunehmend melancholisch, weil ich irgendwie an Liebe dachte und setzte mich notgedrungen neben ́s Klo. Mit bereits schweren Augenlidern scannte ich den Raum. Alles erschien mir albern und banal, aber bis zur Perfektion zugespitzt. Hier erwuchsen Klischees über Alkoholiker zur Wirklichkeit. Meine eigene Anwesenheit erachtete ich, durch genügend Ausreden unterfüttert, als unhinterfragbar gesetzt, schon weil ich teils ohne die Elternkomponente einer Mutter aufgewachsen und daher, fast ausschließlich, in Kneipen groß geworden bin. Welche Gründe auch immer die anderen jetzt hierher zu treiben schien — wir alle hielten suffgebetlich eine Einsamkeitsversammlung. Leider, wie es schien, war ich mein einziger Freund beim Alleinsein. Nur mit großer Not und immensem Aufwand, gelang es mir, den Vorsprung meiner Intelligenz wieder einzuholen. Da Alkohol schon das entscheidende Faktum meiner Zeugung war, führte ich diese scheinbar elementare Kette einfach fort. Zwei doppelte Tequila -— mittlerweile ließ ich auch schon die Zitronen weg. Am allerbesten ist man manchmal, wenn man am fertigsten ist. Am Tisch neben mir stapelte gerade Unraven-Robin, ein ecstasyverformter, redetalentierter Technoide, seine endlos fließenden Wortbrocken zu einem Turm der Nichtigkeiten aufeinander. Er sah bedeutend älter aus, als all die anderen hier. Es schien gar nicht allzu lange her zu sein, dass der massive Uppercut der Zeit ihn beinahe schon über Nacht hatte greisen lassen, so als hätte er sich bereits mitten in der Verwesung noch einmal halbherzig der Lieblichkeit des Seins besonnen. Offensichtlich wagte er einen unmöglichen Sprung in die Vergangenheit. Er war einer der hinterbliebenen Veterane seiner Drogen- und-Rave-Generation, mit bereits ausfallendem grauen Haar und Batikstirnband. Der Kollege zu seiner Rechten blieb schon rundenlang völlig regungslos. Er erinnerte mich an das ausgestopfte Frettchen hinter der Bar. Zurecht wohl nannten sie mich hier den Vor-Verurteiler.

Stavos Schusskundi setzte sich zu mir und entriss mich glücklicherweise meinem misanthropischen Gehirnkarussell. Was ein liebenswürdiger Haufen Mensch er doch war. Weil er behauptete von Kaufhauspuppen vergewaltigt worden zu sein, hatten sie ihm einen Jagdschein (inkl. Rente) ausgestellt. Er hatte immer viel Zeit und verkaufte mir seine Psychopharmaka. Die Weiber machte er sich immer während seiner Kurzaufenthalte in diversen Klapsen klar, und da mich der Penetrationsverlauf meiner Freunde schon immer interessiert hat, überließ ich ihm das Reden.

Durch den kleinen Spalt eines geöffneten Fensters verschaffte sich eine weiß-rot gestreifte Katze Einlass. Teils erfolgreich suchte sie den Boden nach übrig gebliebenen Essensresten ab. Anscheinend jedoch lag ihr eigentliches Hauptaugenmerk auf den unzähligen Bierpfützen, an denen sie sich einen ordentlichen Rausch besorgte. Schwankend, aber immer noch elegant, sprang sie auf den Tresen und räumte dort nacheinander alle Gläser ab — mit voller Absicht, ich konnte es in ihren aufblitzenden schadenfrohen Augen sehen. Weil alle schon so besoffen waren, erfolgten die Reaktionen nur zögerlich. Aufgeschreckt rannte sie jetzt durch die Bar, machte jedoch vor unsrem Tisch kurz halt. Mir war, als ob sie mir zuzwinkere und dabei lächele. Dieser Ausdruck — ich kannte ihn genau. Nicht nur ihr ganzes Wesen und die listige Partie um ihre Augen, sondern auch die Farbe ihres Fells — alles erinnerte mich an einen verstorbenen Saufkumpanen, der ebenfalls hier zechansässig war. Bei einer günstigen Gelegenheit verschwand sie blitzschnell durch die Eingangstür. Es bestand kein Zweifel … sie war die Reinkarnation vom Bollo Lupawsky, der vor einem Jahr zu lange ins Licht geblickt hatte (LKW). Scheinbar kommen sie alle zurück, auch wenn jeder nur alleine sein Ende finden kann. Wie beruhigend war es, ihn wieder unter uns zu wissen.

Jetzt wurde mir die ganze Situation ein wenig zu stavoslastig, welcher sich nicht ein einziges Mal hatte unterbrechen lassen. Ich verabschiedete mich mit einem Rülpser und ging zur Theke.
Neben mir knutschte gerade eine alte Frau mit solariumverbrannter Lederhaut und ausgeblichenem Blondschlampenhaar mit einem Typen rum, der auf keinen Fall älter als 19 hatte sein können. Erst später erkannte ich sie an ihrem Todesfäulnis übertünchenden Nutten-Parfum. Es war die Englischlehrerin Miss Stück, wegen der man unser kleines Etablissement mancherorts auch Absaug-Bar nannte. Die beiden waren vollends vertieft in ihre Zungenschlagekstase. Mir war ganz elendig. Dieses Mal bestellte ich mir nur einen einfachen Tequila — und ein Bier.

Erst als ich mir ein bisschen auf die Hose gekotzt hatte, erwachte ich aus meiner ein-Mann-geselligen Tresenlauschposition. Ein bisschen befummelte ich noch Miss Stücks Hintern, aber auch das war ohne Reiz. Alles war sinnlos bis zum Kern. Hörig ergab ich mich meinem Alkoholismus. Drei Tequila später machte alles wieder einen Sinn. Die Countrymusic stand meiner Seele in diesem Augenblick ganz ausgezeichnet.

„Wir sind wie Trucker … nur ohne Truck — und ohne Job.“ Wie oft schon hatte Armin mir in solch finstren Stunden beigestanden. Sein Geruch störte mich nicht.
„Was bleibt dann noch?“, fragte ich. „Das kann ich dir genau sagen: ́n ausgewachsener Bierdurst, ́n Bierbauch und ein gesunder Appetit auf Hack!“, sagte er. „Na ja — das Töten gehört zum Leben, wie das Atmen“, dabei schob er mir einen Schnaps vors Kinn. Weil er von Beruf Metzger war, war ich mir nicht ganz sicher, ob er damit Lebewesen oder Gehirnzellen meinte. Gemeinsam gaben wir uns dem Abgrund hin. Ich fragte mich ernsthaft, ob wohl gelebtes Glück = Leidenschaft ist.

Die Gespräche rings um uns wurden zunehmend lauter und zeugten nur noch vom vorherrschenden geistigen Bankrott. Alles erschien mir auf einmal fatal falsch. Es gab nur eine Lösung. Ich bestellte …

[Fastabend] Schatten, wie wir

Längst bis auf die Haut nass und durchgefroren, standen sie noch immer vor verschlossener Tür, kurz vor Tagesanbeginn, und waren froh darum, dass niemand ihnen öffnet — trotz mehrmaligem Klingeln…
Ein altes Mannequin mit unzähligen Schuppen, spallierte plötzlich zwischen (geöffnetem) Türspalt hervor — und sah entsetzlich zerzaust aus, raus. Sein Gebiss war über Nacht drinnen geblieben. Quer, zwischen seinen eingefallenen Wangen, schob er es quietschend hin und her.

„Guten Abend, Herr…“, sprach der verkniffen dreinscheuende Grauhaarige-[Polizei-Beamte], als Erster. Aber, hielt plötzlich inne — und spickte dann doch vom Klingelschild ab.
„Herr …… Fastabend; richtig!?“

Sein Kollege wendete die POLIZEI-Kappe, die er wie ein Lenkrad in seinen blass-blauen Händen hielt, zugleich gegen den Uhrzeigersinn.
„Dürften wir kurz auf einen Augenblick reinkommen, vielleicht?“
„Warten sie…ischsschehlkrz“, rasch wendete sich Herr Fastabend um.

Der Strichmund-Beamte, der als Erster gesprochen hatte, sah nun zu seinem jüngeren Kollegen auf. Beide zeigten sich bleiche: Ich-weiß-es-doch-auch-nicht-Gesichter — und folgten dem kleinen, buckeligen Mann daraufhin ins Innere hinein.

Nicht nur, da Herr Fastabend gerade aus dem Schlaf geworfen worden war, auch hatte er vergessen, wo? (auf dem Nachttisch, wo auch sonst?) und da — schon wieder vergessen, was? er, seine Brille nämlich, hatte liegen lassen. Manchmal schien ihm sein Leben lediglich nur noch eine aneinandergereihte-Folge-des-Vergessens zu sein. Ein Glück vergaß er seine Vergesslichkeit nun mittlerweile auch immer zielstrebig, geübt und zügiger. Mit jedem Tag, der verstrichenen; wart Gefangener er mehr und mehr — in seinem vergilbt und runzeligen Menschenkostüm, das ganz allmählich ein paar Nummern zu groß schien; (schwer zu tragen und gar unerträglich). Er stand mitten im Wohnzimmer, wusste nicht, woher? er, und wieder — was? er…

Und, er suchte weiter. Nach etwas, das er beim besten Willen — nicht finden konnte: „Verdammicht noch eins“, nuschelte er vor sich her.
Restregen tropfte auf den Teppich, rings um beide Polizisten; die noch immer wie angewurzelt, aber unentschlossen, klamm und beklommen — einfach bloß so dastanden, in ihren nass-glänzenden Regencapes, sicher froh waren im Warmen zu stehen. Und sich ab und an die Hände rieben.

***

„Verstehen Sie?!!!“, fragte der Jüngere jetzt, noch ein Mal. Sein Kollege schien abwesend derweil, beinahe erstarrt zu sein.
Immer noch verschwommen, und orientierungslos sah er zum (in) „MUTE“ geschalteten Fernseher. Shoppingkanal. Sein Magen rumorte. Die Bilder im Kopf — der, vom Beifahrersitz aus, [raus-]geschleuderte Junge, um die Leitplanke geschlungen; dazu die aufgeplatzte, zerquetschte junge Frau, hinter dem Steuer. So etwas; ist falsch, einfach nicht richtig, dachte er. Einen Schritt — weit entfernt, sprach sein Kollege: „Glauben Sie mir … ich, mein Kollege, alle anderen, dort vor Ort, wir haben unser Bestes getan, weiß Gott. Und ich wünschte, es bliebe mir mehr als ihnen bloß all mein Mitgefühl und Mitleid auszusprechen…“, was er hatte sagen wollen, war Beileid. „Gibt es denn jemanden, der nachher nach Ihnen gucken kann? Vielleicht, jemand aus der Nachbarschaft?“

Herr Fastabend sah verkniffenen Schlitzauges auf zu ihm (sah aber eigentlich nichts, außer Schemen). Nickte. Oder nickte er nicht?
„Wo nur?“, stammelte er.
„Beim Bestatter, Kulmbach, glaub ich“, lautete die Antwort „In Erzwingen. Also sehen Sie, sehen Sie, hier! Schauen Sie doch…[zwei laminierte Visitenkarten hielt der junge Beamte in seiner Hand]…ja, die hier? Die leg ́ ich Ihnen hier hin — neben ́s Telefon und das Schälchen da. Das ist die Nummer, die Durchwahl der örtlichen Seelsorge-Hotline. Egal wann, wann immer Sie wollen, da können Sie gern´ da AN-RU-FEN. OK?“

„Und die hier…“, der junge Beamte zeigte wieder nur ein Kärtchen hoch „… die wissen auch schon Bescheid und werden alles Weitere, notgedrungen, in die Wege leiten. An ihrer Stelle sonst, verstehen sie? Auch, wie es es dann mit Ihnen weitergeht, muss noch geguckt werden, ich weiß auch nicht“.

Bis auf das Letzte, sprach er alles so überdeutlich und akzentuiert aus — wie ein Automat beinah. Dann ließ er die Schultern hängen und spürte sowohl die enorme Müdigkeit, als auch die Kälte alle-mal, die ihn durchdrang. Die alle drei durchdrang.

Beide Beamten erschraken, als plötzlich das Funkgeräte, an der Brust des Älteren, zu kreischen anfing. Schon waren sie wieder draußen und stiegen in ihren Dienstwagen-VW. Es regnete. Ein weiterer Unfall erwartete sie.

„Jetzt hab ich ́s“, sagte Herr Fastabend. Nur zu sich, wie er wieder alleine im Haus zurück geblieben war. Er meinte seine Hörgeräte, die im Badezimmer — aber er vergas es sofort (wieder)…


BILD BY: Christopher Balassa

Furia

Altersfahl war das Grau der Noch-Nacht; doch mit einem Schlag verschwunden. Die geborgte Stille, die Benommenheit — alles wich dem Zwinkern, der über den Bergkamm stierenden Sonne. Furia. Von hier oben beobachteten wir fassungslos, wie der Strand nun zunehmend zu Gold — und-immer-goldener erschien.

Am Abend zuvor, überdosiert auf Morphium, war ich gerade noch so auf den Felsen raufgekommen. Jetzt aber war ein Abstieg, ein Ausweg ausgeschlossen.
Toll. Wie ein Großer — weißes Pulver weggesaugt. Hemmungslos, bis zum Besinnungsausfall. Der Austritt, Ausritt, aus der Haut und allem Physischem. Mein Bewusstsein wurde zu einem bunten Mantra-Mandela. Eine Reise durch das Astral. Der Unendlichkeit geweiht. Ihr jedoch auch zugleich ausgeliefert. Denn ich war einfach blindlings aus den Pforten der Wahrnehmung hinaus stolziert — um mich jetzt im Nachrausch in Ketten festgenommen vorzufinden. Hilflos, wie ein querschnittsgelähmter Rollstuhlfahrer, den man ins Freibadbecken stößt.

Panik überkam mich, die mich immer weiter in die Hilflosigkeit drängte. Dazu mein Magen, der sich verrenkte und die Gedanken, die umwandet blieben. Stets dieser Geschmack von Arsch in Schlund und Nase
WOW — dachte ich mir — niemand besiegt sich so schön selber … wie du selbst.

Es half alles nichts.

Ich versuchte den quallahmen Lähmugszustand einfach zu verdrängen. Es dauert bis ich mich sammelte. Der Novak saß noch immer da und grinste, versunken in seine Gedanken, in sich hinein. Und Manni — der lag nach wie vor, schon seit Stunden, seit Tagen, absolut regungslos in seiner Hängematte — die embryonale Heimatposition, die er fast ausschließlich des Nachts verließ und das lediglich zum Ziehen.

In den seltenen, nur vom Ansatz her klar-denkenden Momenten wurde mir schattenhaft bewusst wie sehr wir uns selber ausgeliefert waren. Und hängengeblieben sowieso.
Ich komm ́ hier nie mehr weg — dachte ich. Dieser Vorstoß des Gewissens, plötzlich da, kam ca. ein Mal pro Nachtquartal. Vielleicht zu recht. Doch ich verdrängte ihn. Meine Drogenaffinität ist grenzenlos. Und radikal.

Scheiß drauf — spätestens wenn ich im Rausch meinen Körper weit hinter mir ließ. Ein Mal so weit sogar, dass ich glaubte nie wieder zurück zu kommen. Es war wunderbar. Selbst wenn es gefährlicher, als es mir damals klar war, war.

— ich muss hier weg!
sagte ich.
Doch diese unvorstellbare Masse an Unmöglichkeit, allein schon einen einzigen Schritt zu wagen, in Richtung des kleinen Trampelpfades, der vom Restaurant hier hinauf zu unserer Hütte führte.
Bereits bei der ersten Stufe sackte, und brach ich beinahe zusammen — und wollte nur noch weinen. Der Novak, von oben her lachte, während er mich zugleich anfeuerte. Die Sonne, die erhaben über allem lag, und alles, was hilflos sich ergab, direkt mit ihrer eisernen Hitze niederpresste — außer mir.

Das dachte ich. Ehrlich; gefühlt brannte sie mir aber die Stirnhaut weg, bis auf den Schädelknochen. Schweißperlen fraßen sich mir ätzend in die Augenhöhlen, ich zitterte und jeder Zentimeter meiner Haut juckte entsetzlich. Was war ich, wer war ich und wie kam ich hier her — wie wieder weg?

Nichts, das vor mir lag, barg irgendwie Hoffnung. Schade. Auch kein Weg zurück.
Wie lächerlich. Ein Mann, ein Plagiat, das sich nicht einmal seiner selbst stand zu halten schien. Ich war kaum mehr in der Lage mir meinen Ausweg zu erkämpfen. So hing ich da zwischen den Stufen — und der Wirklichkeit fest. Unweigerlich überkam mich ein hysterischer Lachanfall, der mir aus der Tiefe, aus der er kam, beinahe die Rippen brach.

Irgendwann aber erreichte ich dennoch den Strand. Die Scheißhippis schwärmten bereits aus. Jeglicher Kontakt war zu vermeiden. Während jeder weitere, sinkende Schritt ein eigener Kampf für sich — gegen das Fallen, war. Wie verstörend; hoffentlich sieht mich keiner — dachte ich.

In meiner Hütte angekommen durchströmte mich eine schatten-kühle, ruhige Erlösung. Ich nahm zwei Valium, dann legte ich mich auf die Pritsche.
Klick — wie ein Schalter. Bewusstlos, tiefe Finsternis. Doch aber nichts, das dem Schlafe nahe stand.

Der Hurensohn

Emotionslos versickerte der Höhepunkt in ihrem Mund. Wir badeten danach und aßen; kaum ein Wort währenddessen. Ich fühlte mich weder schlecht, noch besser. Alle Emotionen schienen im Rausch verebbt. Meine leere Ecstasyeinstellung allein — nötigte mich geradezu — dazu zu Recht wohl fand ich mich, wieder draußen — allein. Der Winterhimmel stand offen und die Luft war klar. Die Straßen leer. Ich konnte meinen Atem sehen. Die Nacht war bitterkalt und wurde vom blauen Blut des Mondes mit Licht durchströmt. Mein Schatten, den er mir vorweg warf, wirkte missmutig und krumm. Auf dem Weg zum nächsten Keller — Samstag sein. Alle behielten ihre Jacken an. Ein paar Heizstrahler hier und da. Warum war ich überhaupt gekommen? Die anderen, lediglich ich selber nicht — schienen mir erbärmlich. Ein Gedanke, den man direkt bereut, sobald er ausgesprochen ist. Ich setzte mich. Meine Nerven waren zugespitzt. Heut war mir nicht nach Drahtseilakt. Hinter mir ging es um: nackte Aussicht — oder nicht. Carlo hieß er, ich kannte ihn. Er war durchaus geschickt und flirtversiert, nur in seinem Versuch zu ambitioniert. Ich drehte mich um — und sah, dass sie es wert war. Schöne, weiße, glatte Haut und braunes Harr, etwas kindlich, wie sie das Pony über rechtem Lid trug, das sie fortblies hin und wieder. Ihr Körper, der — wow, gottgewollt enorm — und überaus sympathisch war. Weiterhin gut dabei, fragte Carlo sie nach ihrem Namen. — warte, ich hab noch was im Mund (sie schluckte) … Alexia Eigentlich nur für mich sagte ich: — aha! Ah-leck-sie-ja … hahah — ALTER sagte er. Was kann ich dafür. So schnell wie ich kann sonst halt keiner sein. Lucky Luke. Unlucky Me. — und laber´ mich jetzt bloß nich´ voll sagte ich, rein präventiv. Und überließ sie sich einander. Bis sie plötzlich neben mir im Sessel saß. Scheinbar unbeteiligt, doch gewollt nah. Sie lächelte. Ich nicht. Gesprächsneutral wie ich war, konnte mir die Konversationsflaute nur recht sein. Zumindest kamen wir klar. — aber du nimmst kein Droge, oder? — wenn du schon so ehrlich fragst … nein log ich. Sie erzählte. Irgendwas, auch von ihrer Beziehung. Alles leerte sich, während der Keller zunehmend auskühlte. Sie, ganz schmiegsam auf einmal. Mein Vorschlag: — Bar! Sie: — klar Das Taxi auf sie — die Drinks ebenso. Worum geht´s denn schon im Leben, dachte ich, mit Arsch an Heizung, Schluck um Schluck wieder lebendig. Es wurde warm; sehr bald schnapsstark und danach verschwommen — hab nicht mehr allzu viel mitbekommen, muss ich gestehen. DAS WISSEN UM ETWAS. Was macht das schon? Und wie blass kann ein Gedanke vorkommen, bevor er verschwindet. Doch … … ich erinnere mich noch — an das Loch … in ihrer Hose. Und wie ich da erst hin gaffte und dann rein griff. Weiche Haut, wie Porzellan. Ihre Gänsehaut hielt an; Kippe-Schnaps, Kippe-Schnaps dito. Ebenso. Plötzlich sah alles ausgekocht und farblos aus. Mir schwindelte. Ich kotzte fast. Eine weitere Frau, jetzt neben mir. Woher? Ich, in der Mitte, hatte nichts zu melden und blieb stumm. Die beiden klüngelten, um mich herum — an mir vorbei. Wohl so´n Lesbending, dachte ich. — du bist gar nicht cool genug für sie sagte die, die ich nicht mal mehr erkennen konnte. Ja. Ganz sicher — Lesbe; vielleicht beide. Auch egal, wir tranken weiter. Sonst auch — bleibt nichts. Im Vollrausch deplatziert, beschloss ich loszuziehen. — warte kurz. Ich schlaf bei dir sagte sie — draußen dann: — die Alte war echt nervig. … und voll scharf auf dich Ah! — es war Alexia. Wir gerieten nah und aneinander. Beide nackt. Aber sie ließ mich nicht. Kein Freund in Sicht … und dennoch. Wie ein Octopus hing ich an ihr, und versuchte einen Eindrang — durch den Torschlund ihrer Vulva-Wunde, hinein zu ihrem feucht und süßsüffigen Innengrund, vor dem ihre Hand den grimmigen Türstehen mimte, der beharrlich konsequent blieb und meinen stahlhartadrigen pulsierenden blaublutdurchbluteten Aal-Adligen, den Einritt verwehrte. Öl­faktorisch klang ihr Trieb, und stachelte somit umso mehr nur, den meinigen — an. Es roch bereits rings um uns herum nach haarlos, pinkfeinen schöner Ritze — die ich hin und wieder, durchaus von ihr gewollt und absichtlich, zu sehen bekam. Die Situation war nicht gerade überragend. Bis sie mir dann doch vor die Fingerflinte kam, erst der Zeige-, dann der Mittelfinger drin war — sie sich triefend, winden, winselnd vor mir rekelte, wie ein aufgebrachtes Meer dessen Wellen überschwappten und sie sich bis zum Rand der Matratze auf dem Rücken robbte, bis wir auf dem Boden lagen. O-mein-Gott. Ihre genüsslich, wehleidigen nur schwer unterdrückbaren Stöhnarien, während mein Pistolen-Daumen ihrem Anus näher kam. Ich platzte fast. Sie richtete sich sogar auf alle Viere. Doch ließ sie noch immer nicht richtig ran. Ich gab es auf. Fast schon im Schlaf, sagt sie: — dein Schwanz ist schön. Ich würd´ ihn gern … — mach ruhig lallte ich. Der Tag endete mit Licht.


BILD BY: Christopher Balass

Ich bin noch lange nicht so durch, wie du, offenbar schon längst mit dir selber bist — sagte sie.

#TDT

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Winterhimmel ohne Lichter, auch keines in der Nachbarschaft

Still und dunkel war ́s in meinem Zimmer. Plötzlich die O-beinigen Schritte. Bevor die Tür aufsprang. Kleiner als ich. Und oft verbittert. Mit ergrautem Haar. War sein Blick stets klar und nüchtern, meist. Und manchmal auch bösartig verkniffen. Jetzt vor allem stechend [nur] auf mich gerichtet. Ich kaute blauem Qualm und blies ihn zischend zwischen meinen Zähnen aus. Berührte er mich doch so wenig. Als sei ich noch immer völlig allein im Zimmer.

— so geht DAS nicht!

sagte er. Wie wahr. Es war noch nie gegangen.

— ich rede mit dir, mein Freund?!

wieder er.

Alles fühlte sich plötzlich so lächerlich unfair — und schwer zugleich an. Seine Silhouette vor dem grellen Flurlicht wirkte nur noch absurderer, je länger er schwieg. Ich ließ die Zigarette fallen und trat sie barfuß ohne Schmerzen auf dem billigen Laminat aus.

— das bin ich ganz sicher nicht,

sagte ich. Er kam einen Schritt näher. Ich war bereit; bereits verzweifelt und auf alles gefasst — sowieso, sah ihn an. Unser Kater kam und schlich ihm um die Beine; schnurrte.

— verpiss dich einfach!

sagte ich. Wie sehr es in ihm brodelte, und Kraft kostete, sich zusammenzureißen, sah ich, wusste ich längst. Aber das war noch mehr. Ein

Punkt, ein gewisser, an den wir gemeinsam noch nie angelangt warem; bishwer — das schrie ich weiter:

— hau ab, endlich!

Sein Blick; schier fassungslos, tat er noch einen Schritt näher auf mich zu. Noch einen, und noch einen…

Er hob den Arm an. Gerichtet, richtend, nur auf mich allein, [war] sein jähzornig, stechender Blick und die Karate-Schlagkante seiner Hand.

— na komm schon! Mach-es-einfach!

sagte ich, und bemerkte nicht sogleich, wie mir dabei die Tränen über die Wangen rann.

Der wütende Glanz auf seiner fassungslosen Stirn wucherte zu Schweiß an. Wässrig bissen seine Lippen, sich aufeinander, hatten niemanden sonst, im Kampf mit sich selber. Doch lief ihm etwas, irgendetwas, was auch immer es jetzt war,  so roh und  plötzlich — wie ein Riss. Der über sein Gesicht hinweg zog, kurz bevor er seinen Arm nun wieder sinken ließ. Und danach ging. Ich hätte schwören können — etwas hätte gerade passieren, knallen müssen, wie ein Peitschenschlag. Doch nichts; fast Stille.

Schon mitten im Türrahmen wieder jedoch drehte er sich noch einmal um. So langsam wie ich noch niemals jemanden hab sich wenden sehen, blieb er darauf dort stehen. Kurz verharrte er zunächst. Stumm. Dann:

— ich schäme mich für dich. Nur, damit du bescheid weißt!

Zwei in einem leeren Haus. Ohne je daheim zu sein.


BILD BY: Christopher Balassa

Gegner-Ich

Indien lag unter mir. Und auch dahinter. Der Blick aufs Meer. Sonne. Wellengang.
Sanduntergang — mir war, als wenn ich darin einsank, zerrieselte und vollends verschwand. Ziemlich gefangen. Zerhackt, zerlebt — und abgefuckt. Abgekackt. End-Stand am Strand. Komplett. Null.Null — Mein Gegner-Ich.
Neben mir, zunächst hinter und durch den Rausch unbemerkt — saß sie auf einmal. Unerschöpflich schön. Doch zu plötzlich, und zu sehr.
Denn unklar sogar — kratzte sie lediglich am Rande meines Bewusstseins an. Die Schöne und die Wand. Zustand: Voll-Gehirnverbrannt. Benommen hatte ich begonnen, alles unter dem Gesichtspunkt der Entspürtheit zu vernehmen. Es gab kein Entrinnen — aus mir und meiner selbst. Eben nicht. Nicht mal um ihr nah — oder davon zu kommen.
Stumm kaute ich jetzt auf meiner Zunge rum.
Ziemlich missraten und misslungen. Denn sonst sah ich sie immer schon von weitem. Wenn sie die Bildfläche betrat, war die Strandkulisse allein, bloß von ihrem Gang, in ganzer Länge, in Beschlag genommen.
Wie gesagt, schön saß sie nun da.
„Hier Vent, deine Bücher. Bevor ich geh´“, sagte sie und legte mir den Stapel vor die Füße.
Ich dachte etwas, dass ich nicht mehr und nicht recht begriff. Oder gar spürte. Und weder rührte ich mich. Noch irgendwas.
Im Sand verlief es sich dann darauf auch. Da mein flehendes, doch fliehendes Entgegenkommen allein darin bestand ihr anteilnahmslos keinerlei Reaktion zu zeigen.
Sie noch wartend. Ich locked-in-[Syndrom]: voll auf Morphium. Meine Gedanken schienen heiser. Wie aus dem Exil — nur aus der Ferne zu vernehmen, selbst für mich, undeutlich und kaum zu deuten.
„Okay. Mach´s gut“, sie darauf.
Und ging. Und wie. Selbst der Wind noch schien ihr nach zu wollen. Ein Gang wie Melodie. Dieser Abschied irgendwie, galt ganz alleine mir. Langsam gleitend schwand sie aus meinem Blick. Und meiner Welt. Ein Omen der Vergänglichkeit. Wie traurig es doch war. Und wunderbar.
So barbara.