Vollkontaktkuscheln

Schon liegen wir in ihrem Bett. Ich schäle sie aus ihrer Kleidung raus. Das Event. Doch etwas zwischen uns, rau und trocken, wie Zement. Es klemmt. Was jetzt? Der nächste Schritt ist ohne Untergrund. Ich reibe meine Lippen noch immer an den ihren wund. Wie ein Abgrund reißen ihr jetzt die Pupillen auf. Der Höhepunkt. Die Hoch-Passion; so plötzlich verebbt. Irgendwie — ist die Sehnsucht leblos, schal, die ihr auf der Zunge steckt. Außer dem leicht säuerlichen Alkoholdunst, dringt noch etwas anderes, sehr unschönes, aus ihrem Mund.

— ich hab ́nen Freund, weißt du? Ich glaub das ist nicht gut für mich —

Ach(!), ders hier Der Klassiker.

Ich hab ́s kommen sehn.
Ich stehe auf, zieh mich an. Mein Blick ihr abgewandt, dringt durch das Fenster, dorthin wo es sonnig auf den Dächer scheint. Doch hier, in ihrer Wohnung, wird es kalt. Und immerzu kälter nur.

— ach, und jetzt gehst du?!
fragt sie das ernsthaft(?); und so vorwurfsvoll.
Ich besinne mich. Sanft reißt mir die Hutschnur durch.

— was bin ich denn?
frag ich, rein rhetorisch. Denn: Fick dich! — denke ich bereits, in Wirklichkeit.

— ́ne scheiß LEIDENSCHAFTSTANKSTELLE, hm?

Keine Antwort darauf.

Darauf der Abgang.

Bye, bye.

 

#so barbara


Bild by: Christopher Balassa

Werbeanzeigen

Winterhimmel ohne Lichter, auch keines in der Nachbarschaft

Still und dunkel war ́s in meinem Zimmer. Plötzlich die O-beinigen Schritte. Bevor die Tür aufsprang. Kleiner als ich. Und oft verbittert. Mit ergrautem Haar. War sein Blick stets klar und nüchtern, meist. Und manchmal auch bösartig verkniffen. Jetzt vor allem stechend [nur] auf mich gerichtet. Ich kaute blauem Qualm und blies ihn zischend zwischen meinen Zähnen aus. Berührte er mich doch so wenig. Als sei ich noch immer völlig allein im Zimmer.

— so geht DAS nicht!

sagte er. Wie wahr. Es war noch nie gegangen.

— ich rede mit dir, mein Freund?!

wieder er.

Alles fühlte sich plötzlich so lächerlich unfair — und schwer zugleich an. Seine Silhouette vor dem grellen Flurlicht wirkte nur noch absurderer, je länger er schwieg. Ich ließ die Zigarette fallen und trat sie barfuß ohne Schmerzen auf dem billigen Laminat aus.

— das bin ich ganz sicher nicht,

sagte ich. Er kam einen Schritt näher. Ich war bereit; bereits verzweifelt und auf alles gefasst — sowieso, sah ihn an. Unser Kater kam und schlich ihm um die Beine; schnurrte.

— verpiss dich einfach!

sagte ich. Wie sehr es in ihm brodelte, und Kraft kostete, sich zusammenzureißen, sah ich, wusste ich längst. Aber das war noch mehr. Ein

Punkt, ein gewisser, an den wir gemeinsam noch nie angelangt warem; bishwer — das schrie ich weiter:

— hau ab, endlich!

Sein Blick; schier fassungslos, tat er noch einen Schritt näher auf mich zu. Noch einen, und noch einen…

Er hob den Arm an. Gerichtet, richtend, nur auf mich allein, [war] sein jähzornig, stechender Blick und die Karate-Schlagkante seiner Hand.

— na komm schon! Mach-es-einfach!

sagte ich, und bemerkte nicht sogleich, wie mir dabei die Tränen über die Wangen rann.

Der wütende Glanz auf seiner fassungslosen Stirn wucherte zu Schweiß an. Wässrig bissen seine Lippen, sich aufeinander, hatten niemanden sonst, im Kampf mit sich selber. Doch lief ihm etwas, irgendetwas, was auch immer es jetzt war,  so roh und  plötzlich — wie ein Riss. Der über sein Gesicht hinweg zog, kurz bevor er seinen Arm nun wieder sinken ließ. Und danach ging. Ich hätte schwören können — etwas hätte gerade passieren, knallen müssen, wie ein Peitschenschlag. Doch nichts; fast Stille.

Schon mitten im Türrahmen wieder jedoch drehte er sich noch einmal um. So langsam wie ich noch niemals jemanden hab sich wenden sehen, blieb er darauf dort stehen. Kurz verharrte er zunächst. Stumm. Dann:

— ich schäme mich für dich. Nur, damit du bescheid weißt!

Zwei in einem leeren Haus. Ohne je daheim zu sein.


BILD BY: Christopher Balassa

End-hängt ihn!

Ich und Lenny. Geile Typen. Lange Haare. Coole Pose. „Speedfreak & Ghost“. Keiner nennt uns so. Doch ich sag das (— so gern). Wir draußen. Weil Rauchen drin nicht klar geht. Gesetzt; und so. Sie kommt. Keine Schönheit. Meint aber uns geil zu finden. Verständlich irgendwie. Aus ihrer Sicht. Und sabbelt los. Hört gar nicht auf. Ich entwende mich. Lenny nickt. Zu zutraulich, denk ich. Und stimmt ihr zu: wir seien schwul. Wie cool, wie lange schon? Na, so sechs Jahre, sagte er. Stimmt das? Ne, fünf einhalb-erst, sag ich. Sie wird mopsig. Aufdringlich. Nächste Stufe. Hat´s auf mich abgesehen. Plötzlich. Tatsch-tatscht sie mich an. Erhöhte Frequenz. Lenny nickt. Grove. Bitte nicht, denk ich. Immenser Widerstand. Meinerseits innerlich. Nach außen hin Distanz durch Coolheit. Sie ist entfacht. Die Taktik funktioniert. Wenn auch grad für mich — nicht. Hätt´ uns das doch nur früher irgendjemand schon erzählt. Wie gesagt: nada! Aus meiner Sicht. Sie indes rubbelt sich wund an mir. Blickkontakt. Lenny, bist du dir sicher?! Macht ne Schnute. Heißt wohl — ja. Wir tuen zögerlich. Praktiziertes Desinteresse. Ich hab auch`ne Motörhead- CD zu Haus, sagt sie. OK. Wir brauchen Schnaps. Auf gehts. Sie Lenker — und Lenny auf dem Gepäckträger. Geht irgendwie, auch wenn´s stockt und wackelt. Kein Ausweg. Hoffe auf Karma, Gott, Schicksal, irgendwas etc. Einen Platten. Aber nichts. Bleibt alles aus. Leider angelangt. Bei ihr: Sofa. Scheiße. Sie zwischen uns. Ich immer noch … ich tu´s für ihn. Ja-doch. Doch was jetzt. Sie erzählt, sie sei extrem behaart. Toll. Ganz wunderbar. Das wollt´ ich hören. Ich muss mich täglich beinah, rasieren, lallt sie. Macht nix, zeig her, sagt er. Aber ich greif ihr als erster ins Höschen. Stimmt, ist stoppelig. Erst heut morgen, sagt sie und schaut sie mich unsicher an. Dann bin ich halt Han, du Chewie und Lenny Lea eben, sag ich ermutigend — nicht ohne leicht zu Lächeln. So viel übertriebene Eigenliebe, für mein loses Mundwerk. Wär´ peinlich, käm´s raus. Ich schau jetzt Lenny an. Komm schon, man! — blick ich ihn an. Mir ist´s doch egal. Mein Opfer. Für dich — dann — Wolltest du mir nichts zeigen, dass eine Frau doch besser blasen kann, als ein Mann, sagt er. Was ein Satz. BAMM! Woher, auf einmal, die diese Abgebrühtheit Lenny? Frag ich mich. „Dein Herd. Dein Gott, mein Schwanz“. Und holt ihn raus. Praktisch. Praktiziert und plastisch — ein Held erklärt der Frauenwelt ihren Stellenwert. Mission Chauvinism. Und eine story wert. ABER: wie sehr ich jetzt, wär ich er, es nicht gern wär´. Sitzt er doch da, mit schlaffer Halunken-Stelze; die baumelt aus dem Reißverschluss. Und sie (?), versucht´s sogar — derweil Lenny erektionslos. Denk an mich, sag ich, als Gag, zur Krönung darauf. Das war´s. Er zippt sich zu. Und weg. Was nun? Sie leckt mir die Finger ab. Warum ich? Hängt alles an — und sie an mir. Wie undankbar. Nein. Danke man. Im Leben nicht. Nicht ab hier. Und auch aus Mitleid nicht. Ich fühl mich schlecht. Elendig. Muss weg. Ich sollte … ich muss ihm nach — ich liebe ihn doch, rette ich mich grad noch, knapp küss ich sie. Und ab. Die Straße. Zu helles Licht. Woher? Wo ist nur die Dunkelheit. Da ruft´s auch schon von oben her. Ieeeehhv, komm zurück, schreit sie, und bring Lenny mit! Immunität durch Sonnenbrille. Und ich denk: Bukowsky wäre stolz auf uns. Oder — halt … wohl eher nicht.

— Vendetta Vaginalis —

Text: Iuana Fugg

Man vermutet so einiges —
eigentlich fast alles irgendwie, nachdem man auch nur blind drauf los ein paar Passagen im beinahe berüchtigten B(anal)-Buch — Erection Perfection überschlagen hat. Aber es reicht. Bei Weitem sogar…
Und wer sich danach tatsächlich noch, wie ich (leider), dazu bereit erklärt, das ganze „Werk“ voller, nicht mehr als prä-pubertären Ekelergüssen — und diese dann auch noch über sich ergießen, reinschießen, und cum-shotten zu lassen — wird sich zwischendurch immer mal wieder fragen: warum?(tue- ich-mir-das-eigentlich-an?…) und:
wie nötig muss man es haben, oder einfach nur verkokst oder verkorkst sein — damit man sich frei-willig! mental derart missbrauchen, durchficken und Zitat: „wurstruten-wütend (in sich) … wüten (zu) lassen“, um direkt darauf auch noch von Major Cunt weiterhin: „…mit seiner Schleimeichelpalme verdroschen und saftig pimmelgepeitscht, wie ebenso schwanzfiletiert zu werden“.
Ich bitte Sie!

Das Ganze ist doch einfach nur peinlich und lediglich bemitleidenswert. So voller chauvinistisch kompensatorischer, typischer Männerklischee(Ängste), dass es beinah schon schmerzt, wie durchschaubar es ist.
Das vergeudete Papier für jene Fallus&Vaginal&Anal-Trivialica — tarnt sich unter dem Deckmantel tritbrettfahrerischer Pseudo-„Kunst“. Aber ist lediglich: anti-feministische Propaganda und dazu endlos-enthemmt, idiotische Verblendung.

10394766_655174051269543_8897328375315008481_n

Schlichtweg und unleidlich billig. Penetrative, wie auch provozierende Schundliteratur — mehr wird man in „EP“ nicht finden. Glauben Sie mir.

Und was für eine schrecklich rückschrittliche und Minderwertigkeitskomplex-gesteuerte Art Mann muss dieser fragwürdige „Autor“ Yves E. wohl sein? — fragte ich mich unweigerlich während der „Lektüre“. Was muss er so massiv über-kompensieren, indem er andere dermaßen erniedrigt? Schlimm genug: gewinnt der Autor sogar zunehmend an Anerkennung und Popularität — durch besagte Korpulier-Epilepsie. Anstatt ignoriert und boykottiert zu werden, wie es ihm und insbesondere seinem „Werk“ EP zustände … meines Erachtens nach.

Außer aus rein politischer Verantwortung, insbesondere für mich als post- feministischer Neo-Femi-Nazi-Aktivistin und Vize-Vorsitzender (des Prima- Vaginalia Rhein-Main e.V.) — gebietet es sich doch schon allein aus Anstand, denke ich, derartig verwerflich- und auch gefährliches Gedankengut dementsprechend: völlig zu ignorieren, wie auch demonstrativ zu missachten — um somit vor allem am aller effektivsten jenen effekthascherischen, schlichtweg inszenierten, polemisch proletischen Chauvinismus entsprechender Maßen zu BOY-kottieren.

Und nachhaltigen Widerstand zu leisten — dies sollte der Imperativ aller selbstbestimmten und unterdrückungsübersättigten Frauen dieser Tage sein. EP ist so schlimm, dass selbst A. Hitlers „neues“ Buch — Mein Kampf, an Perversität und Aufforderung zur Hetze (passiv, wie auch aktiv) kaum mithalten kann.


Mehr dazu auf …

end-Schicht

(Bild: nicht von ihr, aber auf ihrer Seite „principio de la humanity“ by Aina Puramuela)

N´ dicker Kopf.
— Der schlimme Schädel —
wie der Aufprall
auf Asphalt.
Schlaglöcher
fressen – mich – auf.
Nicht nur theoretisch —
Technostrich.
Da ist nur
kein “ich”
in mir.
Die blut-rot
unterlaufene
Trinkersonne
geht auf.
Über mir.
Und unter —
durch mich.
Das Problem:
ich kann nur noch
verschwommen seh´n.
Ein gewisser Teil
davon, ist
Rauch-im-Auge —
keine Tränen.
An der Wand steht
“bleib niemals stehen”.
Ich bleibe steh´n
um es zu lesen.
Da gibt´s nur kein
Versehen.
Sollt´ ich
mich schämen?