Humanity King

Gelesen wird aus dem Buch ERECTION PERFECTION


Max B.‘s große Liebe war er selbst.
Schon beim ersten Augenaufschlag, wenn er in den großen Spiegel über seinem Bett blickte, begann er sich fleißig einen abzukeulen. Weil er den Verlust eines jeden Tropfens fürchtete, wichste er pedantisch zielgenau in ein Glas. Mit dem Finger kratzte er alles bis zum letzten Rest aus. Er genoss den sauer-warmen Geschmack seiner selbst. Max verzehrte sich nach Max.
Befriedigt lehnte er sich noch einmal in die Kissen und ergötzte sich an seinem erstrahlenden Gesicht.
Auch der Rest der ganzen Wohnung war voller Spiegel. Auf dem Klo sogar — all around. Beim Kacken sah er sich aus allen Perspektiven zu.
Vor dem Aufbruch strich er sich noch einmal durch die piekfein perfekten Haare und übergab sich dann der Welt.
Der Anblick anderer Menschen machte ihn oft traurig. Um der durch trostlose Maxlosigkeit verursachten Qualen der Resterde Linderung zu verschaffen, trug er immer ein sehr vorteilhaftes Bild von sich selbst im Portemonnaie. Nicht wenige Menschen hielten ihn wohl für schön, aber auch das war seiner Egolibido egal. Nur sein eigener Anblick bedeutete ihm gute Aussichten.
An einer Fotobox machte er Halt. Wahllos überreichte er die Abzüge seines Portraits vorüberziehenden Passanten. Ihre Dankbarkeit jedoch hielt sich in Grenzen. Max spürte, dass es Zeit für einen Urlaub war.
Einen Strand nur für sich allein zu finden, erwies sich als überaus kostspielig und schwierig — aber es gelang. Während er den Abdruck seines Hollywoodkörpers in den Sand presste und die Sonne seiner Haut schmeichelte, ärgerte er sich, dass die Betreiberin der kleinen Pension es ihm nicht gestattet hatte, den großen Spiegel aus der Diele mitzunehmen. Sich nackt zu wissen, war nicht genug. Nicht einmal das Meer machte Anstalten, ihn anders zu behandeln als all die anderen. Während er noch masturbierte und versuchte, mit dem viel, viel, VIEL zu kleinen Spiegel seinen ganzen Körper zu betrachten, kam ihm, fast gleichzeitig mit einem Erguss, auch eine Idee. Durch den heißen Sand zu stapfen und sich derweil zu kliMAXen, war doch wesentlich schwieriger als zunächst gedacht. Immer wieder musste er pausieren. So wie auch sein kleiner MAXimum schwellte, schwellten ihm ebenso die Sohlen. Kaum bot ihm der nasse Sand Erlösung, da schoss er seinen existenzgekrönten Lustschaum soweit als möglich ab. Laut schrie er das Meer an: „AAHH … ICH GEB ́S DIR!“

Doch gerade, als der grau-weiße Batzen niederschlug, zog sich der Ozean zurück. Da lag es und glitzerte ohne Sinn. Keine Welle schien gewillt, es mitzunehmen. Max fühlte sich erniedrigt. Zum allerersten Mal in seinem Leben empfand er so etwas wie Scham.

Der einzige, der heute Spaß hatte, war der schwule Spanner auf der Düne.

 

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Die trockene Schamrasur

Wenn Muttern mal wieder an meiner „ausbleibenden“ Reuelosigkeit resignierte, zwangskapitulisierte sie mich stets mit:
— „Ge-nau-wie-dein-Vater!“
Obwohl sie ja genau wusste, dass ich nicht wusste, wer mein Vater war.

So jedoch gelang es ihr erfolgreich, mich jahrelang ins Schweigen zu korrigieren.
Doch diese eine Mal — machte ich einfach einen Schritt vor. Und sah, wie sie zurückwich, ja wie sie zusammenzuckte. Noch ein Schritt. Schon war sie weiß — wie die Tapete, hinter ihr. Noch ein Schritt. Und-noch-einen…!

Allein, das ich die Hand anhob — und ihr entsetztes Gesicht dabei; wie ich ihr zusetzte, mit jedem Millimeter, den ich ihr näher kam. Und näher…
Es war einfach nur — herrlich!
Von da an aber kontrollierte ich sie und fand mich durchströmt vom Potential, ihre Würde mit meinem Willen allein vernichten zu können. Was bald sogar zu einem unermesslich und unaufhaltsamen Rausch wurde.

Es war mein unstillbares Verlangen nach … ach, was weiß ich —
Doch eines Tages sagte sie mir endlich, wer mein Vater war. Sie hatte mich ruhig gestellt und mein Martyrium über sie endete schlagartig.
Dafür aber begann mein eigenes.

Was war ich zunächst aufgeregt und dankbar. Doch auch hilflos irgendwie. Dennoch suchte ich sofort alle Infos, die mir über und zu ihm, zugänglich waren zusammen — und sie schienen zusammengenommen beinah wie ein Traum oder Märchen gar.

Denn er war Modezar und daher im Besitz eine gewissen B bis C klassigen Status als Semi-Prominenter.
Aber ich bekam ihn nicht ein einziges Mal zu Gesicht. Immer wieder wimmelte mich sein Haussklave (der doch irgendwie rechtmäßig ebenso meiner war) vor der Tür ab.

Hechelnd lachte mich das Schoßhündchen, das meist im Fenster saß aus — schien mir.dig-moshammer-daisy-foto

Bis heute sogar noch bleibt mir mein Erbe verwehrt. Da eine DNA-Probe von einer Leiche zu entnehmen den meisten Richtern heutzutage irgendwie nicht ethisch erscheint.

Deshalb starte ich hiermit meine Crowfunding-Kampagne:

Daisy — ich will mein Erbe zurück!

„Wurst-Case“ Szenario — der Dicken ihre Sausage-Box

Es war ein angenehmer Tag.
Am Ortsausgangsschild stand eine überaus fette Frau, mit der typischen Optik eines fehlgeschlagenen Cyborg-Dinosauriers.
„Die müssen wir mitnehmen“, sagte Armin. Er stotterte bereits vor Gier.
Wir erklärten ihr einfach, wir hätten den gleichen Weg. Das Auto senkte sich, als sie sich setzte. Die Karosserie schleifte auf den Reifen, wenn wir in die Kurven fuhren. „Ab jetzt bist du — Fette Mistsau ́“, sagte Armin so ganz nebenbei. Sie zeigte keine Reaktion.
Wir hielten an einem Supermarkt. Armin kaufte einen Karton Sprühsahne. Ich kam ein wenig mit ihr ins Gespräch. Ihr größter Traum sei es, Sängerin zu werden. Sie sei sogar eine begnadete Tänzerin, sagte sie.
„Na, das ist doch super. Willst du nicht vielleicht mit in Proberaum kommen, wir suchen nämlich gerade, ganz zufällig, eine Sängerin für unsere Psychedelic-Country- Band.“
Scheinbar schlug Armins Blut bereits schon Blasen. Geschwollen pulsierten zwei Adern auf seiner Stirn.
Unser Proberaum lag unterirdisch. Es roch feucht und modrig.
„Gewöhn dich schon mal dran“, sagte Armin, während er die Tür aufschloss.
Wir machten uns für eine kleine Session bereit. Ich saß am Schlagzeug. Als Fettiebetty am Mikrofon zum Singen ansetzte, sah ich, wie Armin ihr von hinten die Gitarre über den Schädel zog.
Zunächst fesselten wir sie und irgendwann erwachte sie dann auch. Ein wenig ungläubig glubschte sie aus wulstgepressten Augenliedern.
„So, Fette Mistsau“, sagte Armin, als er übermäßig theatralisch aus der dunklen Ecke trat. Zwischendurch war er zu Hause gewesen und hatte sich in seine Ledermontur gezwängt. Er war nahezu unsichtbar. Mit einem schmierigen Grinsen trat er auf sie zu

und begann, sie mit der rechten Hand zu würgen. Noch immer kam kein einziger Ton von ihr.
Armin steckte ihr die Sahneflasche in den Mund und drückte so lange ab, bis nur noch ein flatterndes Spritzen zu hören war. Oh – hatte ich schon erwähnt, dass sie völlig nackt war?

Als nächstes sprühte er sich selber Sahne auf die Nudel, die so eisern-hart war, als hätte er sich eine ganze Packung aufgekochtes Viagra gespritzt. Damit malte er ihr, durchaus geschickt und künstlerisch, ein Herz (in der Mitte stand A+F) auf die Stirn, was gar nicht so einfach war, weil sie immer wieder wütend nach seinem Sahnepinsel biss. Warum müssen Dicke immer so verfressen sein?

Wohl als Bestrafung, nahm er zwei Flaschen, die er sogar wie Colts kreisen ließ, und schoss ihr den Inhalt in die Ohren. Den Rest verteilte er auf ihren Nippeln, dem Bauchnabel und der nassen Speckfalte, die aussah wie ein überfütterter Lachs. Sie hatte sich nicht allzu gut vorbereitet, bemängelte ich. Noch immer waren einzelne gekräuselte Härchen rings um ihren Schwartenmuttermund zu sehen. Aber vielleicht war ich auch ein wenig zu streng, gar ungerecht. Es ist sicher nicht leicht, gleichzeitig die Fettschürze anzuheben und mit einer scharfen Klinge sich das Kasslermöschen glatt zu kratzen.

Armin musste sich ein wenig ausruhen, nachdem er ihr, akrobatisch von der Seite her, das Doppelkinn gefickt hatte und beim Höhepunkt die beiden Flaschen gleichzeitig, mit seinem aus Fleisch geborenen Zuckerrübensaft losplatzen ließ. Ein Traum – ein Feuerwerk aus weißer Soße. Hinterher fütterte ich Fette Mistsau mit dem lediglich leicht angegrünten Mett, das noch im Kühlschrank lag. Den Rest stopfte ich ihr in die Kimme.

„Wir müssen sie irgendwie in Gynäkologenposition bekommen“, schlug Armin vor. Ich kannte da den richtigen Mann.
Zehn Minuten später war Robin da.

„Jungs, ihr müsst das irgendwann auch mal allein hinkriegen. Learning by doing, don ́t you know?“. Ich schätzte die Art wie er Anglizismen benutzte nicht allzu sehr.
„Ok, dieses eine Mal noch.“
Geschwind entschwand er und war kurz darauf zurück – mit Spanngurtseilen, die er immer im Auto aufbewahrte. Er brachte noch ein paar Haken an der Decke an und schon hing unsere liebe Fette Mistsau da, wie eine schwebende Spinne auf dem Rücken.

„Jetzt brauchen wir nur noch einen Liliputaner“, sagte Armin und rieb sich dabei die Hände wie Gargamel. Manchmal war er schon ein wenig strange. Aber sein Herz schlug doch am fetten Fleck. Das sah man schon, wenn er immer wieder verzückt, gar verliebt, in ihre preisgegebene Schinkenvotze blickte. „Am besten sollte er noch abgemagert sein, damit er auch gut dazwischen passt“, fügte er hinzu.

Wir riefen Simon an. Der war zwar im eigentlichen Sinne kein Liliputaner, aber ziemlich klein und vor allem dünn. Armin und ich nahmen ihn hoch und rubbelten ihn immer wieder über Fette Mistsau. Beide hatten deutlich Spaß, auch wenn Fette Mistsau nur ein tiefes Grunzen von sich gab.

In diesem Moment war ich überzeugt, dass sie meine Seelenverwandte war.
Fette Mistsau lutschte mittlerweile auch – und das nicht einmal schlecht – ohne Murren oder Beissversuche. Es war nicht leicht, von unten, beziehungsweise hinten, an sie ranzukommen. Doch es gelang, als ich mich an ihr festklammerte. Die Konstruktion hielt. Ich wusste schon, was ich an Robin hatte. Schade eigentlich, dass er so schnell verschwunden war. Hier war doch genug für alle dran.

Als wir alle fertig waren und im tiefsten Sinne entspannt, machten wir auch Fette Mistsau wieder los. Ich war durchaus ein wenig nervös. Wann war wohl der richtige Moment, meinen Wiedersehenswunsch zu deklarieren?
Doch da zog sie sich schon wieder an und machte Anstalten zu gehen.

„Schwach, Jungs. Einfach-nur-schwach“, sagte sie beim Gehen. Sie würdigte uns keines Blickes mehr. Was ein für Miststück – wirklich. Frauen sind doch alle gleich. Zum Glück, denn dessen entsann ich mich nun wieder, war meine Freundin anders. Genau deshalb liebte ich sie auch. Auf dem Weg zu ihr besorgte ich noch Sahne, doch tief in meinem Herzen wusste ich, dass es nicht das Gleiche war. Vielleicht machte ich mir mit ihr doch nur etwas vor. Aber wer tut das nicht?

Mehr gibts hier: Erection Perfection

Die ENDBOSS CREW schlägt zu — Vol. II

Gelsen wird wieder aus — Erection Perfection.

Ataraxie

Sie blies mich! — und auch nicht, um. Eh, ich hatte Kopfweh.

Wo kam all die Hellnis her?! Da Draußen war es nass und kahl — und morgens — leider saß ich noch immer deprimiert, aber wenigstens drin, während der Rest, der Reste-Leute Ohren kaute. Zum Glück nicht meine. Doch die meisten starrten eh biergetröstet, schnapsgeröstet und ethanolblind  vor sich hin. Und sie? Sie ging. Und kam wieder. Nach 10 min.

Weiterhin Schnaps zuhauf. Ich rückte auf. Und küsste sie. Beide END-high und besoffen. Endlich. Aber es war der lange, lang, am längsten lange Heimweg, je.

Scheiß drauf. Scheiß auf alles, eh. Ich dachte — weich wie Scheide.

Sich gegenseitig nicht verstehen — und trotzdem gut auskommen, miteinander. Wie E. und Je. Ich und sie. Nah und Fremd. Bald ohne Hemd. Beide —

Fühlten sich wieder kurz besser danach.

Meine Ex-Freundin, die auch im Zimmer, auf dem Sofa lag, störte sie nicht. Nicht sehr. Sie war ungehemmt und nett-unkompliziert. (Ich meine damit nicht die X-Frustrine).

Nur war bei dieser hier, der Nackten neben mir, leider ihr Freund — ein Freund von mir.

Katerficken nach dem Aufstehen ging trotzdem. Ab und zu. Rein-raus. Irgendwann muss man sich ja wieder was anziehen; leider! — kam ich in ihr. Unabsichtlich. Dennoch präzise — versehent-, tief, und reichlich. Mit meinem Spreizreiter-Spritzgesicht sicherlich, schätz´ ich.

 — sag nichts!

sagte ich. Sie ging und kam nicht mehr. Dieses Mal. Und auch nicht später wieder. Sie drehte ihre Falle einem anderen — anderer Orts an, jetzt.

Aber immer wenn ich die Musik ausschalte, ist das der Moment, an dem ich mich an sie erinnere. Und den Song laut mitsinge, obwohl ich ihn nicht kenn.

EPIKULOS

Bild: Christopher Balassa 

„Mein (sehr) später Ruhm“, so nannte ich meine, schon vor Jahren erschienene, Autobiografie. Das war kurz nach meinem Durchbruch – einer kaptitelvollendenden Epoche, voller maßlos-übersteigerter Sexgewaltexzesse, Drogenmissbrauchsarien und fragwürdiger, teils substanzloser Selbstüberschätzung. Wie alt mag ich da gewesen sein? Vielleicht 82/83.

Erst viel später, in der Besinnlichkeit des reifen Alters, wurde ich mir des Ekel-Horrors bewusst, den ich rücksichtslos und ohne Unterlass über alle Menschen in meinem Umfeld (und darüber hinaus) vergossen hatte.

Kurz vor dem Erscheinen meines Debütromans „Epikolus“, hatte die Welt mich scheinbar schon völlig abgeschrieben – wie auch andersrum.

Abgestellt auf dem Wartegleis der Würde- und Sinnlosigkeit, in Form eines verwesungsgeschwängerten Altersheims, bettete ich meine Hände im Schoß, um der in Reichweite lauernden Nähe des Todes zu entgehen. Meine sentimental senile Geisteskraft pulte aussichtslos an der Vergangenheit. Der Ohnmacht nahe, verweilte ich im Staub.

Caroline Mona Liza B. Anderson, damals noch Pflegerin, wurde später meine dritte Frau. Ein echtes Luder der Hightechtechnogeneration. Bekannt, auch heute noch, als Hauptdarstellerin Maggy Schikowsky, der unter meiner Regie- und Produktionsleitung gedrehten und zu internationaler Anerkennug gelangten „Postura Hura“ Pornofilmreihe I-XVII – die besten psychodelic Sadomasoalienmachopornostreifen der ganzen Szene. Auch ich selbst trat hin und wieder als Nebendarsteller, unter dem Namen Sexutus Holocuasci, auf. Zu jener Zeit bereits hatte ich ein schwerwiegendes Kokainproblem.

Einige Jahre zuvor, noch im Heim, war ich bei weitem nicht so verwegen. Mein einziger Lichtblick damals war Caroline. Immer wenn sie mich wusch, bekam ich einen eisernen Ständer und sie lächelte dann ganz andächtig. In ihren Mittagspausen, ab und zu, ließ sie mich ihre rosa-bunte Honigfalte lippköstlichen. Meine Erlebnisse während dieser Zeit, gepaart mit dem letzten Aufbegehren meiner Lebenskraft, bildeten den Kern des bereits erwähnten Romans. Und so begann es.

Das Problem mit Erfolg ist nur, dass er er ein´ nicht besser macht – ganz im Gegenteil. Zu Unrecht betitelte man mich als „genial liebenswürdiges Arschloch“. Streichen sie das „liebenswürdig“. Journalisten, die die falschen Fragen stellten, spuckte ich mitten ins Gesicht. Den Frauen, die sich mir hingaben, zerfetzte ich absichtlich das Rektum. Caroline, obwohl sie es weiß Gott versuchte, war es unmöglich, weiterhin mit mir zusammen zu sein. Und ich schäme mich auch, den darauf folgenden Wahnsinn meiner Verlorenheit hier in detaillierter Form wiederzugeben. Eine beinahe tödliche Überdosis aus Speedballs und Viagra, zwang mich zur Besinnung.

In der Reha schrieb ich Pornogeschichten für junge Heranwachsende. „Spermaklößchens Fickvernunft“ wurde indiziert, was dem Erfolg nur noch förderlicher war.

Erst als ich meine, leider erst kürzlich verstorbene, vierte Frau Ballentine Sobbenrand während eines Interviews kennenlernte, wurde ich mir meiner Verantwortung gegenüber der Welt gewiss. Als fast Mitbegründerin einer Zwei-Mann-Frauenband („Anal Mustard“), stand sie mitten im Leben und Saft. Ihre Liebe zerrte mir noch einmal das Leben aus den alten Knochen. Niemals werde ich ihren blassen runden Marmorarsch vergessen, wie er sich auf meinem Gesicht platzierte. Gemeinsam gründeten wir Pedopolis – einen therapeutischen Streichelzoo für sexsüchtige Nonnen, Priester und Mönche. Heute schreibe ich unter dem Pseudonym Pistorius London Kriminalromane im Rahmen einer futuristischen Gesellschaft, die den Sexismus überwunden hat.

Sorgen mache ich mir nur um meinen dreijährigen Sohn Calvinius Ulrich, der nicht nur in absehbarer Zeit droht, Vollwaise zu werden (ich habe unheilbaren Imitationskrebs, weil ich seit geraumer Zeit nur noch bei anderen Autoren klaue), sondern auch Tendenzen zur Homosexualität zeigt. Ich überlege, ihn vielleicht, es wie einen Unfall aussehen lassend, in der Badewanne zu ertränken. Es ist nicht mein verminderter Postumruhm, den ich fürchte, sondern Gott.


Eine der unveröffentlichten Geschichten aus — ERECTION PERFECTION

Für mich war sie — die Braut, die dich raushaut, selbst wenn du mal wieder zu lang in die Sonne geschaut hast 

   (Bild: Aina Pura Muela)

Und jetzt:

Ein Raum voller Menschen. Und dann ausgerechnet auch noch du darin. Ich seh´ zu, dass ich dich nicht allzu anseh´. OK. Versteh´. Ich denke, so haben wir uns das vorgestellt, damals, als wir nackt im Bett lagen — und lachten, über uns. Und dann fickten. Noch ein Mal. Und noch ein Mal … bis es vorbei war — irgendwann.

Dachte ich …

Susej

Die Straßen bargen Ruhe in sich. Ausnahmsweise. Verschlossen, hinter erleuchteten Fenstern; das dort — galt nicht für mich, dachte ich. War auch so.

Die zwei Araber hinter der Falaffel-Theke sahen mich verstohlen, beinah schon mit grausamen Mitleid an. Zu unrecht, hoffte ich. Scheiß daruf! — dachte ich. Doch lachte nicht. Kam Heim, aß und hörte Pink Floyd. Irgendwann war es soweit. Bar.

Veto, hinterm Tresen, hob die Hand und grüßte. Ich setzte mich. Und staunte. Der Raum bewegte sich. Ich lächelte vorsichtig. Nur für mich. Ein Freund kam. Ein weiterer hinzu. Wir freuten uns. Tranken und sprachen. Lachten. Es war alles so einfach. Heilig. Ein Ort der Gelassenheit und Gnade. Jeder durfte her-kommen. Jesus käme auch. Warum auch nicht. Man weiß ja nie.

Pinke Weihnacht.

Youth Acid.

Vielleicht sind wir nur die Art, wie die Sterne sich selbst angucken

Es war Kolibris Geburtstag. Wir saßen ausgelassen und zunehmend besoffen beieinander. Dann kamen drei dazu, die nicht dazugehörten. Sie wirkten sichtlich überfordert, und hatten sich  dem Bar-Terrain offenbar nur aus Schaulust zugewandt. Ihre Ansicht, dass wir die Freaks seien — spiegelte sich ebenso umgekehrt in unserer Ansicht ihrer uns entgegneten Widerschaft wieder. Eine Wissenschaft für sich. Die Tresen-Metaphysik. Doch sämtliche Realitäten, in- und extern, sind in gläsernen Quanten abtrinkbar. Und wenn die Bar die Matrix wäre — dann wäre ich: ARAGORN.

Doch der Kolibri, und heute Boss, sagte:

— sorry, das is´ reserviert!

 Die drei schauten zugleich gelähmt und irgendwie entsetzt drein.

— dafür wirst du in der Hölle schmoren! Auf Ewig verdammt, bierdurstig, in einer Bar —  hilflos, von einem Hocker zum Nächsten ziehen … während es FÜR DICH immer nur die gleiche, eine Antwort geben wird: RE_SER_VIERT!

stachelte ich ihn ganz liebevoll an.

— homie, hat sich zwischen uns, zwischendurch, da was geändert, das ich nicht mitbekommen hab` — oder so?

— ja! Alles. Über Nacht,  

scherzte ich.

— du hast doch nicht mal gepennt, man

stieß er zurück. Und hatte mich, weil er Recht hatte. Haha, wir lachten.

Selbst wenn ich die Wahl hätte …

… würde ich ein Köter bleiben.tumblr_inline_nm1hn5NPXm1tr4o9b_500

Ich ziehe durch die Straßen. Voller Sehnsucht, die nicht schweigt. Freiheit und Lebendigkeit. Auch wenn der Hunger mich nun treibt. Es sind die Sternstunden — der Vergänglichkeit. Und der Schmutz, der mir den Glanz verleiht. Selbst hässlich bin ich ein schönes Kind, das im Rinnstein seine Lieder singt. Dem die Sonne winkt; der Wind mitnimmt. Den die Nacht aufnimmt und bettet.

An der Straßenecke stehen … und sehen:

Die anderen sind anders — und in Sicherheit. Ich bin bereit, aber ein anderer, seitdem ich weiß, dass das Leben nichts verspricht und nie versprochen hat. Und nichts preisgibt, außer dem, was ich mir nehme.

Die Steppenwolf-Metapher. Die Street-Dog-Mythology. Entfremdung, die in jedem Menschen einen Ton anstimmt, der einsam klingt und verlassen in uns nachhallt.

Deshalb jaule ich nachts einfach den Mond an.

Und ziehe weiter.