(=[B-&-R-Kenntnisse eines Strippers]=)

„Ich zerstückelte, und tupperte sie hinterher fein säuberlich, im Tiefkühler, ein“.

Wo es gewiss nicht immer einfach war (und oft sehr schlecht lief zwischen uns) — nichts läge mir ferner, als mich hier zu beschweren oder gar zu jammern; ach wo!
Mama war eben, in jeglichen Belangen, schon so lange wie ich überhaupt nur denken kann, eher sehr-sehr intolerant allen Männern gegenüber [eingestellt], beinahe feindlich, will ich meinen; mich leider mit eingeschlossen. So erwies sich nicht einmal das Band der Familie ihr hinreichenden genug, auch nur eine einzige Ausnahme diesbezüglich zu akzeptieren. Im tiefsten Grunde ihres Herzens, davon bin ich (bis) heute überzeugt — hasste sie mich. Maßregelnd und misshandelnd erzog sie mich daher, gewissermaßen stets unter der unabdinglichen Prämisse, dass ich ein Arschloch sei, bereits von Anbeginn und Geburt an. Weil ich Mann war; tja. Wie schon mein Vater — was beinahe erschreckend war.

… mein Vater [1]
???
[1] Mutter erzählte oft, ich sei als Waise zur Welt gekommen — oder variierend manchmal, dass mich aus dem Zoo entflohene Affen einfach auf ihrer Türschwelle abgesetzt hatten. 
Sie habe mich lediglich aus purem Mitleid adoptiert. Was mir auch lange Zeit durchaus plausibel erschien; genau wie der Ge-
brauch der Leine um meinen Hals, wenn wir unfair flanieren gingen.

Man stelle sich bloß einmal meine Verwunderung vor, wie er eines Tages, unerwartete,  leib- und wahrhaftig dann doch vor mir stand. Was sich rein zufällig, wie ich nach der Schule, am Schalter eines jener „furchtbaren“ Fastfood-Ressentiment-Restaurants stand, deren Besuch mir natürlich strengsten untersagt geblieben war [Mutters „pc“-Wahn!!!]— als er sich endlich zu erkennen gab und sagte: „Kann ich sonst noch etwas für dich tun, mein Sohn?“
Ich war zu Tränen gerührt.
„Papa?!“, stammelte ich.…


FORTSETZUNG FOLGT

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Lange gelbe Zehennägel auf abgenutztem Pflasterstein

Der Urlaub war scheiße.
Aber ein paar Tage zuvor noch, Daheim, war alles normal. Und so brannte die Sonne, an jenem Nachmittag lyrisch, wie Rammstein, dort, über uns, und über allem, am Firmament. Aber hielt sich leider lieber weiterhin im Verborgenem, hinter den Wolken, die wie olle Staub-Wollknäuel aussahen. Flusen, aus der hintersten Ecke des Abstellschuppens des Universums. Wie (die) Schuppen Gottes selbst.
Kurz bevor ich zum Losfliegen losfuhr, sagte Vattern doch noch etwas, spontan; und zwar:

bis denne; machs jut Groser! mäehn Liebstah und sei artich.

Ich sah ihn mit seinen langen tränenden Wangen, in den schamovalen Rückspiegel des Opels, von Opa, mir nachwinken. In seinem roten dünnen abgewetzten löchrigen Lieblings-Schlafanzug-Pulli, den er auch tagsüber, und eigentlich eh immer trug, zusammen mit der blauen, ja ich sag´s: Joggingausgehhose — wie er allmählich immer kleiner, und kleiner, und bald gar nicht mehr zu sehen war, und mir und meiner Abfahrt hinterherhinkend hinterher winkte und mir scheinbar hinterherrannte irgendwann sogar, als müsse er noch etwas sehr Wichtiges los werden, und er bis mitten auf die Straße trat, dort dann stehen blieb. Und schriei. Außer Sicht bald — und außer sich verhielt er sich wohl ebenso. Bis er an Ort und Stelle zusammenbrach, mit seinen frisch rasierten und nass-glänzenden Gilette© weichledernden Wangen(*1). Weiche, wie ein arschbackenblanker Apfel. Den man undankbar und übereilt, übersättigt am Busbahnhof der Ost-Jugend, auf den rostlosen rostrot gestrichenen KaltBeißendenEisenBänke vergessen hatte — ohne je wieder daran [zurück] zu denken … wenn man aufsprang, sobald der Bus in Sicht war.


(*1) Was ich alles [im Detail] selber erst im Nachhuinein von unserer Nachbarin, Frau Strengeisen, erfuhr.